Es ist das Wesen der Satire, etwas überzogen und lächerlich darzustellen - Hohn & Spott. Sie muss nicht lustig sein, teilweise ist sie auch einfach zynisch-bitter und verletzend. Und genau das ist auch beabsichtigt. Sie ist fast (?) so alt wie die Menschheit. Über viele Jahrhunderte wurde sie insbesondere auch von den Religionen (welche - Details weiß ich nicht, auf jeden Fall der Christen) als Erziehungsmittel eingesetzt. Die Schwächen und Fehler ihrer Anhänger, teilweise ganzer Volksgruppen wurden auf die Art öffentlich angeprangert.
Heute hat sich das Bild umgekehrt und es werden (u.a.) Missstände in Staat und Religion publiziert. Ist sie nun plötzlich unangebracht, weil sie nicht mehr von oben nach unten pöbelt sondern von unten nach oben?
Normalerweise weiß auch jeder, dass Satire extrem pauschalisiert, übertreibt, überzeichnet um einen Missstand überdeutlich herauszuarbeiten. Ich habe nie gehört, dass bspw. der Papst sich beschwert hätte, dass er satirisch verhöhnt wurde. Er nickt es ab, wischt es weg, denkt vielleicht drüber nach.
Wenn wir nun anfangen, einzelne Hauptzweige der Satire zu verbieten, wo endet das? Verbieten wir sie ganz, dürfte nicht mal mehr wer ein Witzchen machen. Es wäre immer grenzwertig.
Sollte ich heute Angriffe im Namen des islamischen Glaubens darstellen, ich würde mir genau 2 Bausteine greifen, den Propheten und irgendein "Kriegsspielzeug". Mord im Namen Gottes. Und ich könnte mir vorstellen, dass auch so mancher Muslime im stillen Kämmerlein verbittert schlucken würde - ob des Umstands wie von Einzelnen seine Religion missbraucht wird, nicht weil er seinen Propheten in einer Karikatur findet.
Ansonsten ist es doch so wie immer und überall. Es gibt gute, es gibt schlechte. Wollten wir die schlechten verbieten, müsste wer beurteilen, was gut oder schlecht ist oder wir müssens ganz verbieten.
Das kann ich drehen wie ich will. Ich lande immer in einer Sackgasse. Satire, auch über den Propheten, wie über jeden anderen im Himmel und auf Erden, ist einfach ein Teil unserer Freiheit, Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit, Religionsfreiheit. Und in diesem Sinne gestehe ich auch dem Papst seine eigene Meinung zu - selbst wenn sie eventuell nicht ganz uneigennützig ist. Immerhin ist er ja ganz genauso betroffen *hust*
Die Nesseln pieksen schon, in denen ich nun sitze 