Das dort einiges schief gelaufen ist, steht außer Frage - aber man muss auch nicht jeden Schruz für allgemein gültig nehmen, der gesendet wird.
Was dort gesendet wurde zweifle ich nicht an.
Allerdings alle Missstände waren in Leiharbeits- oder Fremdfirmen.
HESS war natürlich eine Dummheit ohnegleichen von Amazon. Jetzt mal 2 große aaaaber von einem Bekannten, der dort seit über 5 Jahren arbeitet - ist dort diplomierter Staplerfahrer. Soll heißen, er hat Diplom und nach längerer Arbeitslosigkeit dort praktisch als Hilfsarbeiter angefangen. Wortwörtlich seine Aussage: Die Leiharbeiter die vor Weihnachten angekarrt werden, klauen wie die Raben wenn sie nicht überwacht werden, benehmen sich wie die Schweine wenn sie nicht zur Ordnung gezwungen werden und bewegen sich wie die Schnecken, wenn sie nicht angeschrien werden.
Nun mag da auch ne Menge Wut und Polemik drin sein, und wenn ich den Typ nicht kennen würde, würde ich es anzweifeln - aber die Aussage hat Ihre Ursachen, da bin ich mir sicher.
Thema Ausbeutung/Lohndumping - das können die deutschen Unternehmen oft besser und mit dem Gesetz im Rücken. Der Preis regiert den Markt. Einer der oder der größte Arbeitgeber Osnabrücks ist da ein Beispiel.
Das ist jetzt nicht ausgedacht oder gehört, das habe ich selber erlebt - da wird in Arbeitsspitzen eine Stellenanzeige aufgegeben und die Bewerber "dürfen" 2 oder 3 Tage "probearbeiten" und als Alibi wurde dann eine von 20 oder 30 befristet eingestellt. Dass die "Probearbeit", wenn überhaupt, nur nach mehrmaliger Aufforderung bezahlt wurde, halte ich auch für erwähnenswert.
Stundenlohn lag damals bei 7,40 DM - alle bekamen nur Arbeitsverträge von 6 Stunden pro Tag, dass sie die Arbeit in 8 Stunden schaffen konnten u.s.w.
Ach ein Leckerchen noch von dem AG - wir mussten immer Stammarbeitskräfte entlassen, bevor eine Beschäftigungsdauer von mehr als 3 oder 5 Jahren (das weiß ich nicht mehr) erreicht wurde, aus abfindungstechnischen Gründen und wegen Anspruch auf Betriebsrente. Nach 4 Wochen konnten die selben Leute wieder mit neuem Vertrag eingestellt werden.
Und das läuft nicht nur bei dem so, sondern das ist branchenüblich. Mehr oder weniger ist die Branche dazu gezwungen wenn es einer durchzieht, da die Aufträge regelmäßig neu ausgeschrieben werden und (fast) immer der Günstigste den Auftrag bekommt.