Das Bösartige an dem Ganzen ist, dass in Spanien hunderttausende Ausländer leben die davon nichts mitkriegen, hinzu kommen sicherlich hunderttausende, die nicht in Spanien leben, aber hier eine Ferienimmoblilie besitzen. Selbst viele Spanier dürften davon nie konkret etwas gehört haben und wenn sie davon gehört haben sollten, dürften die Meisten keine Ahnung haben, wie sie sich dagegen wehren können.
Da hat sich mittlerweile schon so mancher gefreut, wenn er mit Kind und Kegel und einem vollbeladenen Auto bei seiner Ferienimmobilie ankam und dann stand einer vor der Tür und sagte ihm: "Du kommst hier nicht rein, wie wohnen jetzt hier".
Sehe sowas auch hier in meinem Bekanntenkreis. Ein Paar, nicht verheiratet, sie Deutsche, er Engländer und einer den ich hier als Freund bezeichnet hab, lebten zusammen, er hatte (auf mein Anraten) ein Testament gemacht, ist vor ein paar Monaten verstorben, sie ist nun Erbin seines Hauses und hat keine Ahnung was zu tun ist. Aber wie das halt so ist, er ein intelligenter offener Mensch, sie etwas arg unterbelichtet.
Aber sie waren mit einem anderen englischen, hier lebenden Paar befreundet, die auch von nichts ne Ahnung haben, aber für alles tolles Wissen präsentieren. Kommt diese Deutsche vor ein paar Wochen bei mir rein und erzählt mir beiläufig, dass sie jetzt einen spanischen Führerschein beantragen musste. Meine Frage: "Warum? Du hast einen deutschen". Antwort: "Der ist abgelaufen". "Wie abgelaufen? Ein deutscher Führerschein hat kein Enddatum wie z. B. ein Reisepass". "Doch, doch, der ist nicht mehr gültig, wie diese ...... festgestellt haben und das bedeutet, dass ich hier ohne Führerschein unterwegs bin". Ich sagte ihr, dass das völliger Unsinn ist, sie die Beantragung des spanischen zurücknehmen soll, weil sie ja im Tausch ihren deutschen abgeben muss und dann hat sie die ganzen Unannehmlichkeiten am Hals, wie Nachprüfungen, die ein spanischer Führerschein mit sich bringt.
Vor zwei Wochen fragte ich nach. "Nee, nee, hab nichts gemacht, ich will auf sicher gehen". Was soll ich dazu noch sagen, ausser zu denken, "Gut, dann mach mal Du Idiot".
Hinzu kommt, dass sie zu 70% durch einen Schlaganfall schwerbehindert ist, körperlich eingeschränkt ist, weitere, Nachprüfungen ihrer Fahrtauglichkeit aufgrund des spanischen Führerscheins sind also die Folge.
Ihre Schwerbehinderung ist aber ein Vorteil bei ihrer geerbten Immobilie, weil nach spanischen Erbsteuerrecht ab einer Behinderung von 33% ein erheblich verminderter Steuersatz gilt. Wusste sie natürlich auch nicht, obwohl dieses "befreundete" englische Ehepaar mit ihr zur Beratung bei einem in Spanien zugelassenen englischen Anwalt war und seitdem fürchtete die Steuer nicht aufbringen zu können. Was sie natürlich auch nicht wusste ist, dass nach spanischem Recht ein Erbe erst als angenommen gilt, wenn die Steuerfrage geklärt ist.
Fazit: Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde und wer mir nicht glauben will kann mich in Zukunft schlicht am Ars.. lecken. Soll sie halt in ihr Unglück reinrennen.
Gestern ist sie hier eingelaufen, jetzt soll ich ein Testament für sie formulieren, welches dafür sorgt, dass ihre sieben Katzen nicht auf der Strasse landen, wenn ihr etwas passieren sollte, man hat einen Tumor in ihrem Bauchraum gefunden, der jetzt erstmal chemisch bekämpft werden soll. Sie hat keine Ahnung wie man sowas in einem Testament formulieren könnte, ich schon. Bis ich mich an eine solche Formulierung dranmache, wird sie jedoch noch oft bitten müssen. Sie soll erst mal sehen, ob ihre englischen Freunde, die kein Wort Spanisch oder Deutsch sprechen das hinkriegen. Sicherlich gibt es hier auch den ein oder anderen Anwalt der das hinkriegt und ihr dafür eine saftige Gebührenrechnung präsentiert.