Gestern oder heute hat ja der erneute Prozess gegen diese Berliner Raser begonnen.
Und wenn ich mir die Urteilsbegründung des BGH genau durchlese, die zur Aufhebung des ersten Urteils "lebenslänglich" führte, stellt diese sich mir als die perfekte Anleitung dar, diesen Rasern jetzt wieder lebenslänglich zu geben und diesmal so, dass es revisionssicher ist. Für mich liesst sich das so: "Da und dort müsst ihr nochmal "prüfen" und nachbessern, dann klappst auch möglicherweise mit lebenslänglich.
Das würde auch den Widerspruch erklären, den ich sehe und nicht nachvollziehen kann.
In der Essenz würde das heissen, dass Verurteilungen zu lebenslänglich in derartigen Sachen Normalität werden könnten.
Heisst aber auch, dass der nun neu aufgelegte Prozess lediglich eine Farce sein könnte. Insoweit dürfte es interessant werden zu sehen, wie das Urteil diesmal am Ende aussieht.
Dieses Drehen an der Schraube kann jemandem, der an den Rechtsstaat glauben will, nicht gefallen.
Es bleibt asurd, wenn irgendjemand, auch Juristen, glauben beurteilen zu können, ob jemand in Bruchteilen einer Sekunde, voll mit Adrenalin und unfähig des Denkens (sage ich), einen Vorsatz zum Töten fassen kann.
Es ist, wie mit meinem weissen Köter. Ich hatte zigmal versucht mich auf so eine Situation zu konditionieren und als es dann passierte, blieb gar nicht die Zeit das abzurufen, blieb mir nicht die Zeit mich für oder gegen etwas (auch nicht automatisiert) bewusst zu entscheiden.
Und das Gegenteil von Jagdfieber dürfte Fluchtfieber sein. Instinkte halt, wie bei manchen Tieren, die noch flüchten, obwohl schon lange keiner mehr hinter ihnen her ist.