>> Missbrauch gab es auch damals schon, wird es auch immer geben _
Jo, richtig, und deshalb ist dieses ständige Argumentieren mit dem Missbrauch der verhindert werden soll auch nichts als ein "Totschlagargument" und taugt zu gar nichts. Mit diesem Argument werden auch die stranguliert, die eben nicht missbrauchen.
Mit der Agenda 2010 wurden den Mitarbeitern der ARGEN weitergehende Entscheidungsspielräume eingeräumt, wobei wir bei den Missbräuchen von dieser Seite wären. Der Missbrauch wird hier lediglich "Fehlentscheidungen" genannt. Wenn einem dieser Entscheider die Nase von jemandem nicht passt, hat der ein Problem.
Wird von denen, die sich trauen gegen Entscheidungen ihrer ARGE vor die Sozialgerichte zu ziehen, geklagt, kassieren die Sozialgerichte ein Drittel dieser Entscheidungen. Geht man also davon aus, dass viele "Fehlentscheidungen" von den Betroffenen geschluckt werden, dürfte es in die Richtung gehen, dass jeder zweite Bescheid der ARGEN schlicht falsch ist, zum Nachteil der Bezieher von Harz4 falsch ist.
Auf Seiten der ARGEN scheint es viele zu geben, die ihre vornehmste Aufgabe darin sehen ihren Arbeitgebern Geld zu sparen.
Das ganze System ist demütigend, was auch Teil des Sparkonzepts ist. Die Dunkelziffer derer, die beziehen könnten, es aber nicht tun ist gross.
Demütigend auch was Firmen, die sich damit ne goldene Nase verdienen, sich als " vorbereitende Aufbauseminare" für den Arbeitsmarkt so alles an Schwachsinn einfallen lassen, den die Betroffenen dann mitmachen müssen. Kindergartenspiele.
Letztendlich dürfte Harz4 keinerlei Vorteile gebracht haben und wahrscheinlich wurden Millionenbeträge schlicht zu Fenster herausgeworfen.
Einfache Lösungen? Fehlanzeige. Jeder will schliesslich seine Genialität herausstellen, Hochzeit mal wieder für Sprücheklopfer.
Man muss es so sehen wie es ist: Harz4 ist eine Industrie an der viele partipizieren, die Bezieher sind da lediglich das "Arbeitsmaterial", welches das Auskommen sichern. Warum sollten also die, welche mit den Beziehern Geld verdienen Interesse daran haben, dass diese tatsächlich in normale Arbeit und Brot kommen?
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Und auch in vielfältigert Form tausendmal gehört: "Das eigentliche Problem von Arbeitslosen ist, dass sie nicht teilhaben können an Arbeit und sozialen Kontakten".
Als wenn dies das Problem wäre. Viele in Arbeit haben das Problem mit dem Nichtteilhaben können an vielem auch, entweder aus Zeitmangel, Geldmangel oder beidem. Bei den Arbeitslosen liegt es also nicht daran, dass sie keine Arbeit haben, sondern schlicht zuwenig Geld. Und vielen dürfte diese "sozialen Kontakte" und die Teilnahme an "kulturellen Leben" auch scheissegal sein.
Aber das ist auch so ziemlich deutschtypisch: Wer nicht arbeitet ist schon per se suspekt. Jeder Freiberufler, der nicht regelmässig morgens aus dem Haus "zur Arbeit" geht kennt das. Die Frage: "Was arbeitest Du", ist ne typisch deutsche Frage, die meist schon nach relativ kurzer Zeit kommt, schliesslich will man in D sein Gegenüber in eine Schublade einordnen können.
Mich hat hier noch nie irgendjemand gefragt, wovon ich mich ernähre. Am Mittelmeer jedoch schon. Die Frager waren Deutsche, auf deren Bekanntschaft ich keinen grösseren Wert legte. Wen wunderts? Zufällig kennengelernt, nen bissl belangloses Blabla und dann kam die Frage nach dem "Auskommen".
Viele Deutsche erwarten diese Frage aber auch von ihrem Gegenüber, ganz besonders die, die glauben, sich mit dem Beantworten profilieren zu können und so ist es mir schon oft passiert, dass mir die von mir nicht gestellte Frage so beantwortet und mir die Antwort so aufgedrängt wurde, als hätte ich sie gestellt.