Du scheinst Dich mit dem Thema ja sehr intensiv auseinandergesetzt zu haben, ich musste jetzt erst mal gucken, wer oder was ULD ist.
Was wäre denn, wenn es so weitergeht? Wenn es keine Kontrollinstitutionen wie die ULD gäbe, wenn jeder machen könnte wie er wollte?
Das etwas gemacht wird, weil etwas gemacht werden kann und dass es viele tun oder tun würden ist kein Argument. Stell Dir mal vor Coldcalls und Emailwerbung wären in Deutschland zulässig. Alle Spammer würden jubeln.
Dann könnte ich mir ja gleich nen Ship in den Arsch stecken mit ner Direktverbindung zu allen Datensammlern dieser Welt. Womit wir bei einem wichtigen Kriterium sind. Wenn ich mir einen Ship in den Arsch stecke bin ich selbst aktiv geworden, habe also eine gewisse Mitverantwortung für das was mit mir gemacht wird.
Was anderes ist es, wenn mir einer den Blinddarm rausholt und mir bei dieser Gelegenheit grad den Ship einpflanzt und mir nichts dazu sagt, ich also ständig funke ohne es zu wissen.
Du hast, nach meiner Meinung, einen entscheidenden Denkfehler drin Syno, Du unterscheidest nicht zwischen halbwegs bewusst aktivem Mittun eines Users, wie das ist, wenn er sich z. B. eine Funke mit entsprechendem Betriebssystem zulegt und absolut passiven Nichtstun eines Users, dem etwas aufgezwungen wird und der davon nicht mal weiss. Und selbst bei Funken hat der User noch eine Alternative, eine spanische Firma hat eine Funke auf dem Markt, die auf Ubuntu basiert.
Bei verdunkelten Abhöraktionen hat der User keinerlei Entscheidungsfreiheit mehr. Er kann nicht sagen: "Dann verzichte ich halt."
Und es ist keineswegs so, dass ein normaler User sich im Internet halt schützen muss, wie es sogar mal einer aus unserer Regierung sagte, was nur Ausdruck einer erbärmlichen Hilfslosigkeit war, der Staat muss seinen Bürger vor Bevormundung und davor schützen, dass er keine Alternative mehr hat Ja oder Nein sagen zu können, was selbst für den Doofsten gelten muss. Wenn dieser Doofe dann zu etwas ja sagt, dessen Folgen er nicht einschätzen kann ist das sein Problem. Entscheidend ist, dass er VORHER gefragt wird, also eine Alternative hätte.
So waren, sind grundlegend die Gesetze aller Staaten aufgebaut. Vor Intenet machten die Konzerne auch schon weltweit Geschäfte miteinander und alles was bis in die 90er-Jahre Gültigkeit hatte soll jetzt mit dem Aufkommen des Internets Nonsens sein? Nonsens ist lediglich, dass diese sich langsam einschleichende, bewusst gesteuerte Denke Nonsens ist, weshalb auch die Entscheidung des BGH zur G-Bildersuche eine eklatante Fehlentscheidung war.
Gesetzgebung macht sich keine Gedanken darum, ob etwas machbar ist oder nicht, sollte sich zumindest darum keine Gedanken machen. Gesetze sind Regelungen, welche pauschal die Interessen JEDEN Einzelnen schützen sollen und wenn das nicht machbar ist hat es halt zu unterbleiben.
Du Syno sagst einerseits, dass das alles Unsinn, weil nicht umsetzbar ist, beweisst aber anderseits mit Deiner Einbindung, dass es doch umsetzbar ist, Du hast die Intension des Datenschutzes umgesetzt. Soll es mein Problem sein, wenn andere nicht Dein Wissen haben? Dann sollense Dich fragen und dafür bezahlen. Oder alles lassen.
Wir sind nicht mehr in den Zeiten des Wilden Westen in denen jeder sagen konnte: "Hier war vorher nichts, ab jetzt gelten hier unsere Normen", mit genau dieser Cowboymenthalität treten aber speziell diese Wichtigtuer aus SV in aller Welt auf. Uber kriegt auch gerade überall auf die Fresse und wird auch daran kaputtgehen, wennse sich an die ganz normalen Gesetze halten müssen verdienense nichts mehr. Naja, den Machern kanns egal sein, die sind jetzt schon saniert. Der deutsche Fiskus wird aber Abermillionen verloren haben.
Es kann ja wohl nicht sein, dass Private das tun dürfen sollen, was der Staat aufgrund seiner eigenen Datenschutzbestimmungen nicht machen kann.
Auch wenn es an der Unrechtsmässigkeit im Einzelnen nichts ändert ist es auch ein Aspekt, was wer mit meinen Daten anfangen kann und da haben Giganten wie Amazon, G, FB (Hardcoredatensammler, um Deine Frage zu beantworten) ganz andere Möglichkeiten als einer dessen Bilder irgendwo eingebunden sind oder ein Besucherzähler der mich trackt.
Wenn FB mich ständig ohne mein Wissen und Einverständnis trackt und ich melde mich dann dort mal an, haben die auf einen Schlag mehr Informationen über mich, als ich mir das wahrscheinlich vorstellen kann. Mache ich das bei einem Bilderdienst kann der wahrscheinlich nur nachvollziehen: "Aha, der war mal bei Seo-nw.de drauf." Da macht die Quantität schon einen kleinen feinen Unterschied.
Und da Du ja immer wieder von Wettbewerbsnachteilen Deutschlands, Europas sprichst, worin sollen die denn grundsätzlich liegen? Dadurch, dass alles halt etwas komplizierter wird, wenn Gesetze eingehalten werden müssen? Und wie dringend braucht die deutsche, die europäische Wirtschaft das Internet? Ich glaube nicht, dass je ein Flugzeug, ein Panzer, ein Auto oder was auch immer weniger verkauft würde, wäre (im Extremstfall) Europa z. B. gänzlich vom Internet abgeschnitten, was ja nie der Fall sein wird.
Grundsätzlich ist jeder ersetzbar, auch G, auch FB, auch Amazon. Und meine Meinung ist und bleibt: Wer sich in Europa nicht an unsere Gesetze halten will, hat in Europa nichts verloren. Womit wir wieder bei den 500Mios Verbraucherpotenzial wären, glaub mir, darauf will keiner verzichten, nicht die Grossen, nicht die Kleinen und die würden ganz schnell Mittel und Wege finden Europas Normen zu erfüllen, würde mal Konsequenz entgegen gestellt, gezeigt. Auch würden sich dann deutschen, europäischen Firmen, die jetzt hinterherhinken, neue Perspektiven eröffnen.
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Aber mal ne andere Frage dazu an Dich Syno als Spezialisten:
Was könnte denn, FB nur als Beispiel für alle, alles von mir tracken, wenn ich auf sone Seite komme, die den Button so eingebunden hat wie das anscheinend bei Payback der Fall ist? Minimum - Maximum?