Mich würde mal interessieren wie Ihr das mit der angeblichen Satire so seht.
Gestern sagte der Papst, dass Satire nicht beleidigen darf. Heute wird der Papst dafür von Teilen der Presse gescholten: "Er hätte ja viel Wahres gesagt in der Vergangenheit, aber jetzt würde er von etwas sprechen, wovon er keine Ahnung hat."
Einer der Mitbegründer von CharlieHebo sagte heute, dass der erschossene Chefredakteur Ihnen das Ganze eingebrockt hätte, weil er nicht aufhören wollte unnötig zu übertreiben.
Die Titanic nimmt sich jetzt diesen Bachmann von der Pediga vor und der Spiegel überschreibt das das so: "Bachmann beschwert sich über Humorpresse"
Ein Satiremagazin Humorpresse? Für mich ist der Zweck von Satire nicht lediglich "Humor" zu verbreiten. Gut, wenn man den dummdreisten, oft verletzenden Humor von Raab und Pocher als Massstab nimmt, die sich über andere lächerlich machen und dass dann, wenn es Ärger gibt, als Satire sehen wollen, dann ginge es vielleicht noch als Humor durch, Humor halt weit unter der Gürtellinie.
Ich hab natürlich auch so meine Probleme mit der Definition von Satire und kann es deshalb nur an Leuten wie z. B. Hildebrandt festmachen. Über dessen bissigen "Humor" konnte ich, je nachdem, lachen, schmunzeln oder einfach nur zustimmen. Das kann ich sogar noch bei Polt. Bei vielen Nachgekommenen jedoch mittlerweile nicht mehr.
Ich kann auch mit den nun kennengelernten "satirischen" Zeichnungen von z. B. CharlieHepdo absolut nichts anfangen und frage mich, was die Botschaft sein soll, was aufgezeigt werden soll. So sehr ich mich bemühe, ich finde es nicht mal witzig, ich kann darüber nicht lachen, ich kann nicht mal zustimmen. Mir kommt es rüber wie Provokation um der Provokation willen.
Gleiches gilt für dieses angebliche Interview von diesem Bachmann in der Titanic. Der Spiegel nennt es "veräppeln". Jemanden zu veräppeln ist für mich jedoch sinnfreier Humor auf Pochernivau und keinesfalls Satire. Bringt eine solche Veräppelung jemanden weiter? Wird durch sowas irgendjemandem die Augen geöffnet? Und ich frage mich wieso der Spiegel in diesem Fall Begriffe wie "Humorpresse" und "veräppeln" benutzt. Wollen sie einem Mitglied der "freien Presse" um jeden Preis die Stange halten, wohlwissend, dass es eigentlich unnötiger, kontraproduktiver Scheissdreck ist, was da jetzt von der Titanic kommt?
Ich gehe da mit der Aussage des Papstes konform. Auch Satire darf nicht beleidigen, etwas sinnfrei der Lächerlichkeit preisgeben oder einfach nur in den Dreck ziehen, weil es vielleicht nicht in das Weltbild des Satirikers passt, kein Satiriker hat den Stein der Weisen. Satire darf sehr vieles, aber Satire darf kein Selbstzweck sein, kein Freibrief sein zu glauben die Meinungsfreiheit unendlich ausdehnen zu können. Und Satire darf vor allem eines nicht, untelligent und verantwortungslos sein.
Wenn Nuhr sagt, dass der Islam nur dort friedlich ist, wo er keine Macht hat, dann mag er dem Islam damit im Grunde unrecht tun, er sagt aber trotzdem die Wahrheit, weil die Gegebenheiten tatsächlich so sind, dass er das so auch behaupten kann.
Ich weiss was die Botschaft sein soll, wenn Mohamed mit einem Sprengstoffgürtel um den Kopf gezeichnet wird, aber Mohamed ist auch der Prophet der nichtradikalen Moslems und deshalb die falsche Persönlichkeit, welche in die Mitte des Fadenkreuzes und der Aufmerksamkeit gestellt wird. Wenn ein Zeichner nicht weiss, wie er den scheinbaren Widerspruch zwischen der Religion und dem Tun der Extremisten zeichnerisch auf den Punkt bringen kann, soll er es lassen.
Warum ich das schreibe? Mir geht es wie Margin, ich blicke nicht mehr durch und frage mich bei vielem was das soll. Was ich aber sehe ist, dass vieles im Moment anfängt unkalkulierbar abzutriften.