Das Schlimme dabei ist, dass ich wirklich denke, das bleibt mit den Preisen auch so. Da wird nichts teurer, weil es gerade so marktbedingt ist, sondern weil es teurer werden soll. Also eher im Sinne von: Mal ausloten, was geht.
Aktuell traut man sich schon gar nicht mehr auf irgendwas zu schauen, da wird man ja blöd bei. Bei vielen Dingen denkt man noch so, gut, 30 Cent mehr, egal, passt. Aber das läppert sich und 30 Cent sind halt eben oft auch 50 oder 60%.
War vorgestern in der Stadt auf dem Weihnachtsmarkt. Mal wieder was anderes sehen als weiße Wände. Naja. Ich weiß ja nicht, wie die sich das vorstellen. Ok, so ein Markt ist "Luxus", war es schon immer, aber nicht so extrem. Alleine schon auf dem Weg dort hin. Bei FB beschweren sich alle über teure Döner von 5,50 oder 6 Eur. Bin hier an drei Läden vorbeigekommen. Jeweils 7 Eur. Auf dem Markt selbst. Dinge, deren Preis ich noch von vor zwei Jahren kenne, kosten nun fast oder gar mehr als das Doppelte. Gerne aus dem Bereich Holz, Weide, Ton, Wachs, Glas. Also gerade auch so Zeug, das Weihnachten ausmacht. Seltsamerweise sind so Dinge wie "Schmuck", "Bügeleisen" oder "Scheren" nicht wirklich teurer geworden.
Glühwein? Weiß oder rot, 4,20 Eur. Kinderglühwein, ebenso 4,20. Also am "Wein" kann es ja nicht liegen. Bratwurst, das Würzburger Original. Von 2,10 Eur hoch auf erst 2,80 und nun 3,40. Naja, Weihnachten, der Markt der Fressbuden, gibt ja noch andere, könnte man meinen. Ja, gibt es. Was soll ich sagen? Die "Würzburger" war die günstigste. Die anderen sortierten sich bei 3,90 bis 4,40 ein, z.B. eine normale "Thüringer". Ne Waffel, eine ganz normale Waffel, nix bei, nur Waffel, 3,60 Eur. Ja spinnen die denn? 11 Maronen, 9 Eur, 100g gebrannte Mandeln, 6 Eur. Traurig vor allem zu sehen, wie viele da mit ihren quengelnden Kindern vor den Buden stehen und man überall nur "nein, geht nicht, nächstes mal" hört.
Wieder daheim angekommen, die Post war da. Brief von der Krankenkasse. Preisanhebung um 22%!!! Da schreiben die noch was von "Corona-Pflicht-Beitrag", der wegfällt und schon abgezogen wurde. Wusste gar nicht, dass es den überhaupt gab, aber ja, gab es wirklich 2022. Monatlich 30 Eur extra. Warum eigentlich nur die privaten? Zahlten die Gesetzlichen auch 30 Eur im Monat extra? Ok, die 30 Eur sind abgezogen, aber der "neue" Betrag ist nur 2,70 Eur günstiger als der alte. Also gab es eine Erhöhung, die die "Entlastung" wieder weggefressen hat. Die anderen Bestandteile natürlich auch hoch, Versicherung selbst, Entlastung im Alter, Zahn, Pflege etc. In Summe eben 22% zum Vorjahr bzw. 2023 zu 2022.
PRV? Da brauche ich gar nicht schauen. Da bekomme ich immer Puls. Ich sehe da immer nur, dass vielleicht mal etwa an Ausschüttung oder Ertrag da ist, aber die Gebühren jedes Jahr steigen und die effektive Gesamtsumme immer weniger wird. Aktueller Stand, wenn das so weitergeht, wie bisher, dann bekomme ich in 20 Jahren 60% von dem, was ich die ganzen Jahre über einbezahlt hab.
Und das geht überall so weiter. Auf meiner letzten Arzt-Rechnung steht mal wieder ein Posten "Untersuchung eines Organs", 43,80 Eur. Ja was verflucht soll der Scheiß. Da wurde nix untersucht, der hockte nur auf seinem Stuhl und hat geredet bzw. am Computer getippt. Ok, was mit knapp 44 Eur günstig, andere hätten da gleich 100 berechnet, wegen "erschwerten Bedingungen" und Faktor jenseits von 3,5, aber was soll das? Kein Wunder, dass alles immer teurer wird.
Achso, ganz vergessen. Das regte mich am meisten neulich auf. So Schmelzkäse in der Packung, also keine Scheiben, der normale zum Streichen. Mitgenommen für ne Soße. Erst zu Hause auf die Rechnung geschaut und gedacht, das muss ein Fehler sein. Am nächsten Tag im Laden geschaut, nee, kei Fehler, Preisschild sagt das Gleiche: Füllmenge runter von 200g auf 170g bei gleicher Verpackung und Preis hoch auf 2,90 Eur !!! Ok, war keiner der Hausmarken, sondern "Milram" oder so, aber trotzdem, die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun.