Und gestern einen Bericht gesehen zum EU-Börsenhandel von Strom und dem Thema, warum Gas-Preise steigen und vor allem, warum auch die Strom-Preise explodieren.... Ich dachte, ich höre nicht richtig. Dachte eigentlich, man zahlt das, was man quasi einkauft. Wenn hier was billig, dort was teuer, dann was dazwischen, dann ergibt sich am Ende eine Mischsumme aus allem, aber dem scheint nicht so zu sein. Wenn das wirklich so ist, wovon ich ausgehen muss, dann muss ich sagen, spinnen die denn? Bestätigt dann irgendwie auch meine Meinung, die ich schon Jahre habe und irgendwo damals als Elektriker aufschnappte.
Die Einkäufe laufen wohl nach "Stufen". Also das billigste wird zuerst gekauft und wenn es davon nichts mehr gibt, die nächst höher Preisstufe benutzt. Am billigsten ist erneuerbare und Atom-Strom. Am teuersten Gas-Strom. So, das Problem dabei aber. Die Produzenten haben zwar einen Preis, den sie eigentlich möchten, aber das ist nicht der Preis, der dann bezahlt wird.
Kauft man also nur von der billigsten Preisstufe ein, dann zahlt man für alles den Preis der Stufe 1. Reicht das nicht, dann braucht man auch Einkäufe von Stufe 2, aber da ist dann das Problem, man zahlt dann FÜR ALLES, den Preis von Stufe 2, auch wenn der Stromanbieter von Stufe 1 eigentlich weniger wollte. Das ist dann sein extra Verdienst.
Das geht so unvermindert weiter. Aktuell wird auch Stromeinkauf von GAS-Strom benötigt, der teuerste. Somit zahlt man für jede eingekaufte kWh den Preis von Gas-Strom, egal was die einzelne kWh eigentlich kosten würde.
Sprich, der Gas-Strom-Produzent bekommt seinen Preis, der seine Produktion wohl gerade so deckt mit etwas Gewinn, aber der billige erneuerbare Strom-Anbieter bekommt den gleichen Preis, der ein Vielfaches seiner Produktionskosten ist.
Das ist genau das, was ich damals aufgeschnappt hatte, als Elektriker. Da war es das Thema große Solar-Parks. Der kleine Inhaber ist da raus, da zu klein, aber große Parks, die an der Börse handeln, die bekommen dort ja auch den Preis des teuersten genutzten Anbieters. Also sind es auch hier die GROßEN, die den wirklichen Gewinn einfahren.
Und, auch Thema der Sendung gestern, Gas-Strom-Produktion. Interessant, das sagt keiner so einfach mal. Schon gewusst, dass DE dieses Jahr, vor allem auch nach Kriegsbeginn, die höchste Produktion von Strom durch Gas hat, seit Aufzeichnung? Noch nie haben wir so viel Gas verbrannt, um daraus Strom zu machen.
Als Grund dafür wurde Frankreich genannt. Von deren vielen AKW sind 16 nicht in Betrieb, die produzieren also zu wenig. Wir produzieren per Gas dann extra Strom, daher laufen die Gas-Werke auf Volllast, und exportieren nach Frankreich. Die wiederum, um Verträge einzuhalten, nach Schweiz und Österreich und die Teile davon nach Italien. Und genau da ist das Problem. Die "billigen" AKW von Frankreich fehlen, und wir fahren mit Volllast die Gas-Strom-Produktion. Gas ist aber teuer, also ist auch der produzierte Strom teuer. Und nun kommen wieder die "Stufen" ins Spiel, denn der günstige Strom reicht nicht aus, also wird auch der teure Strom gekauft. Das Spiel von oben, der Preis des teuersten zählt. Zack, der billige AKW oder erneuerbare Strom kostet dann so viel wie der teure Gas-Strom.
Unser Strom hier wäre also günstiger, wenn wir nicht exportieren würden. Dann hätte zwar Frankreich zu wenig, aber was solls? Ist wohl genau der Grund, warum Ungarn (waren es die?) sagten, sie exportieren ab dem 1. August nichts mehr an andere EU-Länder.
Und dann kommt wieder diese komische Grüne in meine Gedanken, die immer wieder sagt, wir hätten kein Strom-Problem, Kohle macht das schon. Auf den Preisstufen ist Kohle-Strom aber quasi genauso teuer wie Gas-Strom. Klar, die Produktion kann Kohle ersetzen, aber am Preis wird sich nichts ändern. Das würde nur gehen, wenn genug billiger Strom da wäre und das wäre unter anderem aus den drei vorhandenen AKW.