Jo, die sehen ja ordentlich aus.
Dass die so hoch aus dem Norden kommen sollen ist natürlich ungewöhnlich.
Gut, das Schreiben wird wohl ein Standardschreiben sein, welches sie sich einmal von einem Deutschsprachigen haben aufsetzen lassen.
Was meinst Du denn mit Nippel? Das untere Ende? Das ist bei Orangen, die am optimalen Punkt ihres Wachstums sind normal. Supermarktqualität heisst in diesen Fall, dass die Käufer gar nicht mehr wissen, wie ne ordentliche Orange aussieht. Für den Export werden die Früchte vor diesem optimalen Punkt des Wachstums (und damit sie nicht von selbst runterfallen) abgeerntet und sollen dann abgeerntet nachreifen.
Kratzer an der Schale haben mit Sicherheit nichts mit dem Wetter zu tun. Kratzer an der Schale haben meist die Orangen, die von selbst vom Baum fallen (und das sind nicht wenige), die dürfen lt. spanischem Gesetz wegen eines möglichen Baktierienbefalls nicht mehr verkauft oder verwendet werden. Aufgesammelt und verkauft werden sie trotzdem.
Ohne etwas schlechtreden zu wollen, bei allem was mit Spanien und den Spaniern zu tun hat, sollte höchstes Misstrauen angebracht sein. Ich weiss mittlerweile wovon ich rede. Die empfinden Beschiss, Mogeln nicht als Täuschung oder Betrug, das ist Teil der Menthalität, darüber machen die sich keinerlei Gedanken. Gleiches gilt für die Korruption, das Arbeiten, Kaufen und Verkaufen ohne Rechnung. Die sehen das schlicht als Zusatzverdienst, der ihnen zusteht.
Im Fall des von mir geschilderten Beuy-Fleisches, des Verkaufs über die Website carnedebeuy (mittlerweile weg), haben die Reporter den Besitzer des Fleischhandels gefragt, ob das, was er in alle Welt verschickt wirklich dieses hochwertige Fleisch ist. Und der hat, ohne auch nur einen Augenblick zu zögern jovial zugegeben, dass es Fleisch von Kühen und alten Milchkühen ist: "Wieso, ist doch nichts dabei, machen doch alle so". Klar, is doch ganz normal, dass man Fleisch, falsch etikettiert, zum vielfachen Preis verkauft. Warum nicht, wenn es geht?
In einem anderen Fall sind die in Spanien in die Branche der Hersteller dieser Eiweissprodukte reingegangen. Dicke Arme sind in Spanien gerade gross in Mode. Auch hier: Alles Lug und Trug. Keine der Angaben auf den Beipackzetteln stimmte auch nur halbwegs. Wo 40% Eiweiss draufstand waren 10% drin. Der Rest, billige Ersatzstoffe. Dass die Käufer Müll statt Eiweiss schlucken? Wen interessierts? Hauptsache die Kasse stimmt.
Und selbst die Käufer regen sich darüber nicht sonderlich auf. Sie würden es an deren Stelle ja genauso machen.
Erinnert sich noch jemand an den Skandal mit dem Pferdefleisch in der Lasagne? Das waren auch Spanier. In guten Zeiten hatten sich viele aus Prestigegründen Pferde angeschafft. Meist ganz, ganz viele. Als es dann knallte konnten sie die Gäule nicht mehr ernähren. Pferde, welche sie vorher für tausende von Euros gekauft hatten gingen für 200 zum Schlachter. Bald wussten die Fleischhändler nicht mehr wohin mit dem Pferdefleisch. Also haben sie es reisen lassen, quer durch zig Länder Europas, bis niemand mehr so wirklich wusste, was fürne Sorte Fleisch da eigentlich unterwegs ist. Und weil es dann niemand mehr so richtig wusste, wurde es dann mit anderen Fleischsorten zu Hackfleisch verarbeitet, gepresst, verkauft und weiterversandt.