Jo, wundert mich auch schon ne ganze Weile, dass das "Fassohneboden" Ukraine kein Thema ist.
Da werden wohl noch einige hinterherkommen, wenn das so weitergeht und Spanien könnte einer der nächsten Kandidaten sein, ich fürchte der Pfegefall Spanien wird ein Pflegefall bleiben, wenn sich in der EU nicht grundlegend was ändert. Sinngemäss gilt das auch für Portugal.
Spanien ist mehr oder weniger wieder auf dem Stand von 1985, als sie der EU beitraten, mit dem einzigen Unterschied, dass in Spanien heute mehr Immobilien zum Verkauf stehen als in den USA. Normalerweise müssten die Immobilienpreise also ins Bodenlose sinken. Tun sie aber nicht, weil das Gross der Immobilien von Banken gehalten wird.und ich vermute mal, dass die Banken diese immer noch mit den alten Fantasiepreisen in den Büchern stehen haben, um so ihre Bilanzen schönzurechnen. Das könnte also durchaus die nächste Bombe sein, dessen Ticken man ncht hört. Immobilien wurden bis 2008 ja nicht mehr für den Zweck der Vermietung oder Selbstnutzung errichtet, es waren schlicht leerstehende Spekulationsobjekte, weil echt geglaubt wurde jährliche Zuwachsraten im Preis von 10% würden sich ewig fortsetzen.
Das jahrelange "Wirtschaftswunder" in Spanien baute sich einzig und allein auf dieser Spekulationsblase auf. Die wird sich aber nicht wiederholen, es wird auf lange Zeit auch keine normale Bauwirtschaft mehr entstehen.
Die Kapazitäten der Agrarwirtschaft sind auch so ziemlich am Limit angelangt, es musste immer mehr angebaut werden, um sinkende Preise abzufangen, mit der Folge, dass Südspanien in 10 bis 15 Jahren der Wasserkollaps droht. Zusätzlich verlieh man Marokko (ich weiss nie wie man das schreibt) den Status eines Quasimitglieds der EU, einem Land mit einem Durchschnittseinkommen von 200 Euro im Monat, welches diesselben Agrarprodukte produziert wie Spanien. Alle Rechte wie ein EU-MItglied, aber keine Pflichten. Spanien wird also nicht umhinkommen aus Meerwasser Süsswasser herzustellen, welches die Bauern dann teuer bezahlen müssen und die Produktion wieder erheblich verteuern wird.
Wenn Spanien also je wieder wirklich ein Wirtschaftswachstum verzeichnen sollte, wird das am Limit geringfügig sein, viel zu wenig, um die immer noch anhaltende Schuldenmacherei abzufangen. Wie das enden wird, kann sich wohl jeder leicht selbst vorstellen. Die Spanier sind also auch im Euro gefangen. Sie können ihre Exporte nicht mehr wie früher durch Abwertung der Peseta verbilligen. Gut, hättense die Peseta noch, wären halt die Importe teurer, aber bis zur Einführung des Euro konnten sie ja auch mit teuren Importen leben. Ebenso wie die Griechen. Reingehen ist spielend einfach, rausgehen wird richtig teuer, das ist das, was die fast alle nicht bedacht haben. Die Engländer waren da möglicherweise schlauer, die brauchen ihr Pfund nur vom Euro absolut abzukoppeln und das war es. Oder Island, die wollen erst gar nicht mehr in den Euro rein. Sogar die Schweizer haben ihre starke Währung vom Euro abgekoppelt.
.............
Hier läuft gerade eine Diskussion zu Griechenland im Fernsehen. Ich würde mir mal wünschen, dass es bei den Diskussionen bei deutschen Sendern so sachlich zuginge. Erfrischend, eine Diskussion ohne Kauder, Altmeier und dem Kronprinz von Bayern, dessen Namen ich mir nicht merken kann.
NIemand sagt: Die Griechen sind an allem schuld.