>> Warum aber muss man bei Piwik die IP Adressen um 50% kürzen _
Die Frage kann ich Dir auch nicht beantworten. Schon allein, weil ich nicht weiss was Piwik veranstaltet und weil ich die Argumentation der ULD dazu nicht kenne. Kann aber egal sein, weil es ne ganz andere Ecke ist.
Aber grundsätzlich mal: FB und Angebote wie Piwik, Analytics etc können von der Quantität und den Wirkungen nicht auf eine Stufe gestellt werden. FB hat sich über die Jahre unentbehrlich gemacht, viele Firmen, Webmaster, im Grunde genommen fast jeder hat dort Arbeit und Kontent investiert, was ich schon unter dem Aspekt, dass FB sich an allem was bei ihnen eingestellt wird die Rechte übertragen lässt, nicht nachvollziehen kann. Aber gut, ist halt so. Und jetzt wo FB eine mit G vergleichbare Vormachtstellung hat fangense an die AGB zuungunsten der Nutzer zu ändern und sagen kackfresch: "Passt Dir nicht? Kannst ja gehen!"
>> sondern dem deutschem Webmaster wird auferlegt, dass er die Dienste nicht nutzen darf.
Die Aussage ist so pauschal absolut falsch Syno. Die Dienste dürfen genutzt werden, aber halt rechtskonform. Und das ist in vielen Bereichen so, Waffen, Glückspiel, Sex mit Kindern, der z. B. im Vatikan erst bei Kindern unter 12 (glaube ich) strafbar ist. Man stelle sich vor, dass ein Anbieter mit Sitz im Vatikanstaat eine Partnervermittlung betreibt und 12jährige Mädels und Jungs im Angebot hat. Gut, das ist ne andere Ecke und sollte nur verdeutlichen, was mit europätischen Rechten, bzw., deutschem Recht nicht vereinbar ist, hat halt zu unterbleiben.
Und in Deutschland, der EU muss ein Verbraucher halt vorher darüber aufgeklärt werden, wenn er getrackt wird, seine Daten gespeichert und verarbeitet werden, damit er dazu exlpizit Ja oder Nein sagen kann. Das ist dasselbe wie mit der Diskussion, wo es darum ging, dass in vielen Seiten, wo es darum ging, dass die AGB gelesen und somit akzeptiert wurden JA voreingestellt war. Was ist daran falsch?
Und nach europäischen Gesetzen ist es halt nicht statthaft, dass zu jemandem bereits Daten erhoben werden, bevor er überhaupt die Möglichkeit hatte dazu Ja oder Nein zu sagen. Was ist daran falsch?
Ich habe mir zu diesem FB-Button vorher nie wirklich Gedanken gemacht, aber ich denke, es gäbe auch für diesen FB-Button eine relativ untechnische Lösung, die jedoch viele User davon abhalten würde zu voten.
Man stelle den FB-Button als blosse Grafik auf seine Seite ein. Wenn jemand den Button klickt, wird er auf eine reine HTML-Seite geschickt, wo ihm genau erklärt wird welche Folgen es für ihn hat, wenn er irgendetwas "liken" will. Und wenn ihm das erklärt wurde, wird ihm gesagt: "Wenn Sie HIER klicken kommen Sie auf eine Seite mit einem echten FB-Votumsbutton. Mit dem Aufruf dieser Seite werden sie sofort von FB getrackt."
So, damit wäre den Datenschutzbestimmungen Genüge getan. Klar, wäre für den User etwas mehr Arbeit und deshalb würden viele es nicht machen. Und klar, vielen würde dann erst etwas bekannt was sie vorher nicht wussten und würden es deshalb lassen. Aber wenn das jeder auf seinen Seiten hätte wüsste schon bald jeder, dass er zweimal klicken muss, um voten zu können.
Wo also ist das Problem Syno? Von Verbot kann ja wohl keine Rede sein. Wenn ein Webmaster etwas nicht kann oder weiss, kann er doch nicht damit argumentieren, dass ihm etwas verboten wird. Dir wurde ja auch nichts verboten, es wurde Dir nur schwerer gemacht und Du hast dafür eine Lösung gefunden. Erklär es Deinen Usern und Du hast bei dem ein oder anderen wahrscheinlich einen Bonuspunkt mehr.
Was für die Offlinewelt gilt, gilt auch für das Internet: Es gibt keine rechtsfreien Räume, auch wenn viele uns das gegen besseres Wissen immer wieder einzuhämmern versuchen, um ungehindert agieren zu können. Wie glaubhaft sind denn die Sprüche von diesem Ubergrossmaul? Glaubt irgendjemand tatsächlich, dass der das was er predigt auch glaubt und nicht besser weiss? Dass G, FB und Konsorten es nicht besser wissen?
Die werden von ihren Juristen angehalten so zu argumentieren, um eine Schwachstelle aller juristischen Systeme auszunutzen, die das heisst: Wenn zwei sich mit unterschiedlichen Rechtsauffassungen streiten, muss halt irgendwann ein Gericht entscheiden und das bedeutet zumindest immer Zeitgewinn. Und solange die juristischen Apparate sich dem Entwicklungstempo im Internet nicht anpassen, geht diese Rechnung auch wunderbar auf.
Der einzige z. Zt. machbare kurzzeitige Weg muss vom Bürger initiiert werden, indem er über das Wettbewerbsrecht geht und da muss er selbst das Prozessrisiko tragen. Damit wäre auch erklärt, warum sich immer nur einzelne rausgepickt werden können.