Da es gerade aktuell ist, dürfte es wohl darum gehen.
Klar, die Ureinwohner haben sich damit abgefunden und sich damit eingerichtet und wollen natürlich jetzt nicht zurückstecken müssen. Verständlich.
Im Grunde genommen geht es aber wohl darum der Korruption Einhalt zu gebieten, ein Zeichen zu setzen. Der Unmut der Spanier ist angesichts der Summen die bekannt werden nachvollziehbar, es wird versucht die gewohnte Korruption kleinzuhalten, verhindern lässt sie sich eh nicht.
Es haben sich sowas wie zwei Lager gebildet, die, welche versuchen gegen die Korruption vorzugehen und die Verhinderer, die alten Seilschaften die sich aus dem Vollen bedient haben und jetzt blocken wo es nur geht und dazu auch ihre noch vorhandenen Beziehungen nutzen.
Es laufen hier seit Jahren unzählige Ermittlungsverfahren gegen ehemalige hohe Funktionäre und es macht manchmal sprachlos wie dreist und gedankenlos die sich bedient haben. Auch der vorletzte Premier Rajoy ist jetzt in die Schusslinie geraten.
Man muss schon blind und ignorant sein, um die Spitzen des Eisbergs der Korruption nicht zu sehen. Und sich vorstellen zu können welche gigantischen Summen das sinnlos verblasen wurden. Hier gibt es Autobahnen, die vor 20 Jahren mit EU-Geldern gebaut wurden, die heute noch so gut wie neu sind, weil man darauf auch am Tag Fussball spielen könnte, ohne irgendeinen Verkehr zu stören. Dafür wurden Landschaften aufgeschnitten, abgetragen. Völlig sinnfrei.
Wanderwege sind am Eingang mit grossen Schildern bestückt, die darauf hinweisen, dass diese mit EU-Geldern renoviert, angelegt oder was auch immer gestaltet wurden. Kein Stein wurde da die letzten 100 Jahre bewegt, es wurde nur Geld in das Aufstellen der Schilder investiert. Der Rest?
Valencia hat Milliarden für Prachtbauten ausgegeben, die von weitem gut aussehen, die aber kein Mensch braucht, sie werden so gut wie nicht genutzt. U. a. wurde dort die grösste Bibliothek der Welt in die Landschaft gestellt, so viele Bücher gibt es wahrscheinlich gar nicht, wie die hätte fassen sollen. Heute sieht es drinnen so aus, wie es aussieht, wenn man in ein Regal von 5 mal 5 Metern ein Buch stellt.
Nicht weit von hier wurde ein Riesenkomplex, ebenfalls mit EU-Geldern (viele Schilder, die darauf hinweisen), an den Stadtrand gesetzt. Wirklich architektonisch interessant gestaltet. Dort sollten mal Veranstaltungen stattfinden. Hab mal Bilder davon gemacht. Gähnende Leere, auf den grosszügig angelegten Parkplätzen wächst meterhoch das Unkraut.
Überall Flughäfen, die für Massentourismus geplant wurden und an denen am Tag vielleicht mal ein Sportflugzeug runterkommt. Überlegung, ist erst mal ein Flughafen für viele Passagiere da, werden die auch kommen. So einfach sollte das funktionieren.
Und aktuell? Der spanische Premier wandelt sich immer mehr zum Alleinherrscher, der Entscheidungen trifft, von denen er glaubt niemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Er hat ja echt viel damit zu tun, sich als "Weltpolitiker" zu profilieren, da ist es verständlich, dass die Probleme des Landes etwas zurückstehen müssen. Vom Staatsbesuch in Rumänien sieht das halt alles etwas anders aus, als man es im Lande empfindet.
Die transpoartierende Branche legt das Land lahm. Klar, über den Sinn kann man verschiedenster Meinung sein, sie tun es aber nunmal und der Schaden insgesamt dürfte bereits in die Milliarden gehen. Vom Ausland her kündigte er an sich damit auseinander zu setzen. Im Land dann verkündete er, dass er als Stichtag für den Versuch einer Problemlösung den 29. März vorgesehen hat und es dabei bleibt. Also bleibt es auch dabei, dass die LKW-Brance weiterhin das ganze Land lahmlegt.
Spanien liegt seit fast 50 Jahren im Klinch mit Marokko wegen der Sahara, wo die Spanier damals rausgingen und Morokko nachrückte. Die Beziehungen sind deshalb dauerangespannt. Nun verkündete Marokko "erfreut" eine Einigung mit Sanchez und die scheint so ziemlich das genaue Gegenteil von dem darzustellen, was Spanien fast 50 Jahre forderte. Riesenaufruhr, weil keiner im Land davon was mitgekriegt hat, auch nicht der Koaltionspartner der Sozialisten. Auch weiss keiner so genau, wie diese Einigung aussieht. Darüber will der Premier in der nächsten Zeit im Parlament berichten.
So und jetzt kommt Algerien ins Spiel, Spaniens wichtigster Gaslieferant und auch Lieferant der EU. Auch die wussten offensichtlich von nichts, wissen nicht wie diese Einigung aussieht und sind jetzt entsprechend sauer, weil ihre Interessen bezüglich der Saharagebiete wohl keine Berücksichtigung fanden. Ein möglicher Lieferstopp Algeriens von Gas käme natürlich für Spanien und die EU zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Bleibt abzuwarten was jetzt dazu von der EU kommt.