Also echt, ich hab manchmal wirklich das Gefühl, dass ich sowas wie ein Magnet für Schlampigkeit und Unzulänglichkeiten bin.
Hier hat es ja einige "Zonis", ungängliche, intelligente Menschen, deshalb bitte ich die Frage zu den Sachsen nicht falsch zu verstehen: Kann es sein, dass die Sachsen tatsächlich etwas zurückgeblieben im Kopf sind und deshalb besserwisserisch bis überheblich rüberkommen. Dass die Scherze, die man zu ihnen macht tatsächlich angebracht sind?
Hintergrund ist, dass ich Auskünfte von der Rentenversicherung brauche und dass das jetzt seit Monaten geht und ich immer noch nichts habe. Zuständig: die Post in Leipzig.
Die rücken nichts raus ohne ne Unterschrift im Original zu haben. Datenschutz und noch nachvollziehbar. Also haben sie mir ein Formular geschickt, ich habe das zurückgeschickt. Passiert ist aber nichts. Also habe ich per Mail nachgehakt: "Bei uns ist nichts angekommen". Das ganze also nochmal, diesmal telefonisch, nach ermüdender Diskussion ein Dame mit sächsischem Dialekt. Das Formular nochmal ausgefüllt, unterschrieben, mein Begehren formuliiert.
Wieder passierte nichts. Also zwischen Weihnachten und Neujahr per Mail nachgehakt. Keine Reaktion bis gestern.
Gestern abend nochmal per Mail nachgehakt: Die Mail kam als unzustellbar zurück. Häh? Also nochmal die Mail mit den Mailangaben auf den mir vorliegenden Begleitschreiben des vorigen Jahres, die per normaler Post kamen, verglichen. Mailadresse korrekt, alles kommt jedoch als unzustellbar zurück?
Heute morgen war ich zur Nachuntersuchung wieder im Krankenhaus, was mit Wartezeit verbunden ist. Zeit also dort anzurufen.
Nach 15 Minuten in der Warteschleife hatte ich einen Herrn "DAS SEHE ICH ANDERS" am Rohr. Wieder ein extremer sächsicher Aktzent.
Ich begann das Gespräch mit: "Hallo, guten Tag. Mann, ich rufe aus Spanien an und war jetzt ne Viertelstunde in der Warteschleife".
"Hahaha, das glaube ich nicht, geben Sie mir mal die Vorgangsnummer".
Nachdem er die hatte: "Bei uns ist nichts angekommen".
"Ich habe Ihnen das nun zweimal geschickt und nichts ist angekommen? Ich weiss ja, dass die spanische Post manchmal schlampt, aber zweimal? Kann es nicht sein, dass da bei Ihnen im Hause was schiefläuft"?
"Nee, das sehe ich anders, wir bekommen im Jahr so 800 000 bis 1 Million Schreiben und die kommen an".
"Woher wollen SIE wissen, dass die alle ankommen? Gibt es da nie Reklamationen?"
"Doch, die gibt es, sind aber wenige".
"Was ist denn wenig in Prozent".
"Ja, vielleicht so zwei Prozent".
"Zwei Prozent bedeutet jedes 50. Schreiben. Für mich ist das alles andere als wenig".
"Sehe ich anders".
"Gut, dann sagen Sie mir mal, warum ich Sie per Mail nicht erreichen kann. Ich habe gestern zwei Mails versandt und die kamen als unzustellbar zurück".
"Haben Sie die richtige Mailadresse?".
"Ich habe die Mailadresse aus der Briefpost. Ende Dezember hat die noch funktioniert, die Adresse ist lb2020.....".
Er unterbrach mich: "Die ist falsch".
"Wieso ist die falsch?"
"Das ist die Mailadresse des Jahres 2020, die von diesem Jahr fängt mit LB2021 an".
"Aha, und wieso kamen dann meine Mails von gestern zurück"?
"Weil die Mailadresse LB2020... nur für das Jahr 2020 galt."
"Soll das jetzt heissen, dass sie Ende des Jahres 2020 tot gemacht wurde?"
"Is wohl so".
Ich: "Im Internet ist es eigentlich üblich, dass Mailadressen bestehen bleiben und wenn man das so handhabt wie Sie, sollte schon kenntlich gemacht werden, dass eine Adresse ab einem Datum X nicht mehr genutzt werden kann".
"Sehe ich anders. Gehen Sie auf rentenservice.de, dort finden Sie die aktuelle Mailadresse".
"Wo dort?"
"Das weiss ich nicht. Aber ich will jetzt mit Ihnen nicht weiter diskutieren".
"Ich mit Ihnen auch nicht, Sie erscheinen mir nicht sehr kompetent".
"Sehe ich anders".
"Das ist mir schon klar. Einen schönen Tag wünsche ich noch".