Nö, nicht verwirrend. Daher hatte ich das oben extra in einzelne Zeilen geschrieben. Der von der FED sagt was, der Ökonom widerspricht.
FED: "liegt an den Lohnerhöhungen"
Ökonom: -> "nein, denn die Reallöhne sind gefallen."
Das sind zwei Personen, aber auch zwei völlig verschiedene Aussagen, denn Löhne und Reallöhne haben nichts miteinander zu tun, nicht in diesem "Widerspruch". Der eine redet von Löhnen, der andere von Reallohn. Das kann man nicht vergleichen oder für einen Widerspruch nutzten, denn beides ist in einem Wert schon inkludiert.
Im Grunde haben aber beide recht oder beide unrecht. Sie reden halt von verschiedenen Dingen, Äpfeln und Birnen.
Ich finde aber, gerade mit Bezug auf Löhne, egal ob nominal oder reell, das müsste noch viel weiter ausgeweitet werden, denn das sind beides nur Durchschnittswerte der ganzen Bevölkerung in Vollbeschäftigung. Also vom Tellerwäscher zum Mindestlohn bis hin zum Vorstand. Das ist also der Schnitt aus allen. Dann war da aber was, Corona. Viele wurden entlassen. Wenn das jetzt viele aus dem Niedriglohnsektor waren, dann spitzt sich die Sache von alleine zu, auch ohne dass da einer Lohnerhöhungen fordern würde. Alleine das Wegbrechen von günstigen Arbeitern führt dazu, dass der Durchschnitt sich erhöht. Die verbliebenen Arbeiter müssen dann mehr Arbeit erledigen und fordern eventuell mehr Gehalt dafür. Der Durchschnitt erhöht sich weiter. So abwegig ist das nicht, siehe hier im öffentlichen Dienst etc.
Da frage ich mich auch, was die sich denken. Es gibt angeblich zu wenig Leute, daher bei den vorhandenen zu viel Arbeit. Dafür wollen sie 10% mehr Gehalt haben. Aha. Wenn die also 10% mehr bekommen, kommen neue Angestellten dazu? Die Firmen werden sich hüten, dann extra mehr einzustellen, wird dann ja noch teurer. Und wenn sie es doch tun, weil sie es müssen, zu wenig Leute für die Arbeit, dann explodieren die Lohnkosten. Also umlegen auf die Produkte. Die Produkte kauft aber auch wieder jeder, auch die, die keine Lohnerhöhung hatten. Der Durchschnitt der Produktkosten steigt also auch. Nun müsste man das nur noch ins Verhältnis setzen. Wie viele Personen bekommen mehr Gehalt von der Firma und wie viele Personen sind von den höheren Produktkosten betroffen. Ich gehe mal davon aus, dass die Gruppe der "Käufer" wesentlich größer sein wird.
Und natürlich kommt das andere Zeug noch dazu. Also Einkaufspreise, Rohstoffe, Energie etc. Das gehört da schon mit dazu. Die Lohnkosten sind aber in der Tat meiner Meinung nach ein entscheidender Faktor. Nimm ne Dönerbude. Verkauft 4 Döner in ner Stunde. Rein rechnerisch müsste der also 50 Cent teurer werden, alleine durch die Mindestlohnerhöhung von 2 Eur. Und das reicht noch nicht mal, denn zu den 2 Eur kommen auch noch die Ausgaben vom AG dazu. Und das auch nur, wenn alles andere gleich bleibt. Ist es aber nicht, alles andere ist auch teurer. Und das ist der Kreislauf dann. Der Bauer will mehr für den Salat, weil der Dünger teurer ist und der Diesel. Der Handel will auch mehr, weil Lagerhaltung teurer wurde und Transport. Kommt dann also vom Döner-Typ an. Der Dünger ist teurer, weil die Energie und Chemie teurer wurde. Die Angestellten dort überall, also fernab von Firmengewinnen, wollen auch was Essen und sonst was. Alles teurer geworden, wollen also mehr Lohn. Bekommen sie. Firmengewinn fällt, also Produkpreise hoch. Dünger wird noch teurer, der Bauer freut sich und reicht die Preise weiter. Sind wieder beim Döner. Der Busfahrer kann sich den mittags nicht mehr leisten, will eine Gehaltserhöhung. Wird gemacht, alle mehr Lohn. Ticketpreise steigen, die dann auch jeder zahlt, vielleicht auch der Bauer, wenn er mal in der Stadt ist oder in den Urlaub fährt.
Das Spiel sehe ich auch sehr gut hier bei meinen Kunden. Energiekosten teurer, Personal für Reinigung etc teurer, Unterhalt teurer. Also Mietpreise hoch. Dann sind die Einnahmen gleich. Aber die privaten Ausgaben steigen ja auch, also Einnahmen erhöhen, indem die Mietpreise noch mehr erhöht werden. Die geben also quasi alles, was die in Sachen Vermietung und privat an Mehrkosten haben, an die Urlauber weiter. Hier sind das teilweise Preiserhöhungen um 30-50% !!! Wer kann sich das noch leisten? Wohl eher nur die, die eh gut verdienen oder Lohnerhöhungen hatten. Überdurchschnittlich viel, damit der Reallohn eben nicht fällt. Übrig bleiben alle anderen, die nur eine geringe Lohnerhöhung hatten oder gar keine. Die zahlen nur die Mehrkosten, die im Durchschnitt eben auch wieder deutlich gestiegen sind im Sinne von "Produktkosten".