>> ich denke immer: wenn ich was in das Netz stelle, Text oder Bilder, will ich das Google das findet (und möglichst präsent anzeigt).
Jo, Schnipsel, so denkst Du und wohl zunächst mal grundsätzlich HIER jeder. So denkt aber grundsätzlich nicht jeder und muss auch nicht jeder denken, der eine Webseite ins Netz stellt. Was nutzt es Dir prominent gefunden zu werden, wenn G Deine Inhalte so aufbereitet, jeweils an die Fragestellung der Suchanfrage so angepasst, dass Deine Site erst gar nicht mehr besucht werden muss? Sie schreiben ja nicht dazu: "Falls Sie eine Reise buchen wollen, können Sie das bei Schnipsel zu fairen Konditionen tun."
Warum machense denn nicht einen Metatag: Googlebot Ja. Köntense ja machen, sie gehen ja sowieso grössenwahnsinnig davon aus, dass jeder ihre Regeln kennt, nach dem Urteil des BGH zur Bildersuche: kennen muss. Ganz einfach: Weilse wisssen, dass die Mehrheit ihre Regeln eben nicht kennt und dasses dann viel weniger zum Einsammeln gäbe.
Siehe den Fred: + das Beispiel Guppys: *** Link veraltet *** - wo die Inhalte rechts von Wiki so aufbereitet sind, dass die Tatsache, dasse selbst die erste Position innehaben ihnen nicht mehr viel nutzen würde, wollten sie damit Geld verdienen. Gut, wollense nicht, sie haben ja in der Vergangenheit v. G Millionen an Spenden enthalten, was ja auch Einnahmen sind.
Auffallend auch, alles unter "Wird auch oft gesucht" sind auch Ergebnisse von Wiki. Da kannste ja jetzt schonmal langsam anfangen bei Wiki nachzusehen, was so zu Deinen Reisezielen geschrieben und an Bildern eingestellt wurde.
Wenn es jetzt z. B. um Korfu gehen würde, Deine Site wäre nicht die erste Site rechts deren Inhalte gross herausgestellt würde und würde sich Deine Site sich auch nicht unter "Wird auch oft gesucht" wiederfinden, wärste wahrscheinlich weniger begeistert. Bei Wiki z. B. hat G ne relative Sicherheit, dass die User wieder zu G zurückkommen.
Aber mal zurück zu den G-News und dem LSG. Da wird ja mittlerweile nicht mehr darauf verwiesen, welche Publikation etwas zur News "Fährunglück vor Norderney" schreiben, sondern es werden darüberhinaus weitere Infos geliefert, die ein Besuchen der Publikation überflüssig machen. Wenn dann noch mehrere was zur News schreiben kann man sich aus der Zusammenstellung bei G-News alles herausziehen, was es zur News zu wissen gibt. Der Besucher muss G nicht mehr verlassen und kann sich innerhalb der Site weiterleiten lassen und die Werbung geniessen.
Und G und sonstige Sammler aussperren? Das kommt darauf an, was man will. Nicht jeder, der mit einem von G ausgesuchten Snippet so in den News nicht gefunden werden will, hat auch was dagegen, dasser er mit diesem Snippet in der organischen Suche, den normalen Serps gefunden wird. Wer keine News liefert, wer nicht von Nachrichten lebt und dem es lediglich um die normalen Suchergebnisse geht, hat das Problem nicht. Dann kommt dann das Argument: Ja, G kann ja ausgeschlossen werden. Das ist jetzt nicht "einfältig", das ist halt lediglich die Betrachtung aus eignem Blickwinkel.
Bei der ganzen Diskussion haben wir eine grundlegende Schwierigkeit: Die eine Seite versteht wenig bis nichts vom Internet und insbesondere von den Suchmaschinen (wie z. B. das Max-Plank-Institut), aber sehr viel von den rechtlichen Normen. Die, die was von Internet und den Sumas verstehen, verstehen meist wenig bis nichts von den rechtlichen Gesichtspunkten. G versteht sehr viel vom Internet und der Suche und bezahlt ein Heer von Juristen, die wahrscheinlich dauernd sehr, sehr viele Fragen von Entwicklern beantworten müssen.
Das alte (auch an Jahren) Urheberrecht ist für die Form der Beantwortung von Fragen durch Snippets (und dieser Art von Verwertung von Fremdkontent zum eignen Nutzen) nicht wirklich anwendbar, weil das Urheberrecht das Zitieren erlaubt. Es müsste jeder Einzelfall der juristischen Beurteilung unterzogen werden, sollte es zum Streit kommen. Geht dieses und jenes Schnippet über das Zitatrecht hinaus?
Es war schon immer so, die Gesetzgebung hinkt der Entwicklung immer hinterher und muss sich mit neuen Konstellationen auseinandersetzen. Scheckfälschung war mal eine lange Zeit nicht strafbar, weil bei Einführung von Schecks es dafür keine gesetzliche Einordnung gab. Es war nur ein bedrucktes Stück Papier und keine Urkunde. Also hat der Gesetzgeber dafür dann irgendwann eine gesonderte Norm ins Strafgesetzbuch eingebracht, welche die Fälschung, Verfälschung von Schecks unter Strafe stellte.
Es muss halt zunächst mal geprüft werden, ob die neue Konstellation nicht über bereits bestehende Gesetze geregelt werden kann und ist das nicht der Fall muss halt eine neue Norm her. So isses hier im Fall des LSG auch, auch wenn durch dieses Gesetzesvorhaben nur ein Teilaspekt der Verwendung von fremdem Kontent abgedeckt wird. Die ungefragte Verwendung von Kontent Dritter (die durchaus mit der offnen Auto- oder Haustür verglichen werden kann), die nicht durch das Zitatrecht des Urheberrechts gedeckt ist, insgesamt gesetzlich zu regeln, dürfte wohl zu komplex sein, zumal viele Entwicklungen der Zukunft noch gar nicht richtig einschätzbar sind. Ältere Urteile, auch des BGHs, zu Sumas könnten schon bald Makulatur sein, durch damals noch nicht absehbare Entwicklungen überholt.
G wills ja immer wissen und in diesem Fall ist das nicht anders. Gesetzesvorhaben, Rechtsprechung brauchen Zeit, alles lässt sich meist auch noch wunderbar ziehen. In der Zwischenzeit kann mit einem möglichweisen nicht gesetzeskonformen Vorgehen aber noch Geld verdient werden. Andere machen es mittlerweile auch so oder nach. Und seltsamerweise ist G oft, bevor es zu einer auch für sie bindenden Regelung kommt, im letzten Moment dann doch noch kompromissbereit und verkauft das dann noch als "Goodwill".
Auch diese Streiterei wäre eigentlich nicht notwendig, wäre es nicht G (und die Sumas, die dann nachziehen. "Was die können, können wir auch!), die Stück für Stück immer mehr vereinnahmen, solange vereinnahmen bis die Kontentlieferanten aufschreien.
Und macht Euch nichts vor Jungs, unseren Kontent werdense auch immer mehr und mehr für eigene Zwecke verwenden. Zunächst, indemse Fragen an die Suchmaschinen mit unserem Kontent beantworten und für den Rest wird ihnen auch noch was einfallen.