Nach der Diktatur Francos hatten die Sozialisten und Konservativen sich immer in der Regierung abgewechselt, sie hatten ein Zweiparteiensystem. Jetzt hat es gleich vier Parteien mit Anteilen zwischen 15 und 30 Prozent und noch einige kleine.
Rajoy, der jetzige Häuptling der Konservativen (PP) meint jetzt, aus seinem "Demokratieverständnis" heraus, dass er der Hauptling bleiben müsste, weil seine Partei ja mit knappem Vorsprung als "Wahlsieger" aus den Wahlen im Dezember hervorgegangen ist.
Fällt natürlich, nach Jahrzehnten der Alleinherrschaft, schwer nun lernen zu müssen, dass Demokratie i. d. R. aus Kompromissen besteht und dass der, der im Parlament die meisten Stimmen für sich gewinnen kann am Ende der Gewinner ist, egal wieviel Prozent er bei den Wahlen hatte.
Jetzt zeigt sich auch ein "Fehler" der wohl bei Einführung der Demokratie gemacht wurde, es ist nicht so, dass automatisch Neuwahlen angesetzt werden, wenn es nicht gelingt in einem Zeitraum X nach der Wahl eine Regierung zu bilden. In Spanien muss zuerst erstmalig das Parlament abstimmen und wenn sich dann keine Regierungsmehrheit findet müssen innerhalb von 2 Monaten Neuwahlen angesetzt werden, heisst: Keine Erstabstimmung, keine Neuwahlen, die alte Regierung kann also vorerst mal weitermachen, was sie auch gerade machen. Mal sehen, wie das in Zukunft weitergeht.