Vorauspresse für jede Klitsche _

  • Heute kriegt jede Klitsche, die im Internet was anfangen will, Vorauswerbung und Vorauspresse, wenn sie nur sagen: "Wir machen da was Neues".


    Son bissl ärgert mich das, weil mich das an meine schwierigen Anfangszeiten erinnert. Auch ich habe "Pressearbeit" betrieben und hunderte, wenn nicht tausende Fax an jede noch so kleine Publikation verschickt. Mit zunächst null Erfolg. Da aber war ich schon im Markt und arbeitete bereits und hatte tausende Mark in bezahlte Werbung investiert, ebenfalls mit sehr mässigem Erfolg.


    Irgendwann nahm sich die Frankfurter Rundschau meiner Sache an und veröffentlichte einen kleinen Artikel zu meinem Angebot. Und so gings los, weil auch schon damals einer vom anderen abkupferte. Berichte, Berichte, Berichte, die natürlich sofort Nachahmer auf den Plan riefen. Zwei, drei Jahre später wurde dann mit Tests nachgelegt. Jeder fing an Tests durchzuführen.


    Und jetzt, jetzt haben da drei Jungs eine ganz "tolle" Idee und kriegen bereits Presse, obwohl sie nicht mal angefangen haben: autonaut_de

    Das Konzept: Mitfahrgelegenheit. Einem Autobesitzer, der z. B. von Frankfurt nach München fahren muss, wird ein Mitfahrer vermittelt, der dann allerdings auch das Auto fahren soll. Der Autobesitzer soll sich mit seinem eigenen Auto also fahren lassen und so Zeit für z. B. zum Arbeiten auf der Rückbank haben. Der Autobesitzer trägt die Kosten, der Fahrer fährt umsonst, beide sollen nur je 4,90 Euro an den Vermittler Autonaut zahlen.


    Davon wollen drei Personen leben.

    Man mag es anders sehen, aber ich sehe das als vorprogrammierte Totgeburt. Aus verschiedenen Gründen. Auch, weil es etwas ist, was von bereits im Markt Befindlichen, relativ leicht als Nebenangebot ins Angebot aufgenommen werden kann.

    Aber, sie kriegen schonmal Vorauspresse und finden so vielleicht auch noch jemanden, der auch daran glaubt und finanzielle Mittel zur Verfügung stellt.

    Eat the rich giants.

  • Ich verstehe das Konzept ehrlich nicht so ganz. Gut, im Grunde schon, aber nicht ganz. Was bitte macht der Fahrer dann in einer anderen Stadt oder so? Wie kommt der wieder zurück?


    Und was die Versicherung kostet wurde irgendwie gar nicht erwähnt.

  • Man mag es anders sehen, aber ich sehe das als vorprogrammierte Totgeburt. Aus verschiedenen Gründen. Auch, weil es etwas ist, was von bereits im Markt Befindlichen, relativ leicht als Nebenangebot ins Angebot aufgenommen werden kann.

    spätestens wenn die ersten Fälle öffentlich werden, bei denen die Versicherung "träum weiter" sagt, wenn ein Unfallschaden reguliert werden soll.
    Wer hat denn familienfremde Fahrer in seiner Haftpflicht angegeben?

    Klar, ein Führerscheinneuling mit einem Fahrriemen kutschiert dann den Gewerbetreibenden in seinem 50k SUV auf ihm unbekannten Strecken und durch Ballungszentren.
    So wie beschrieben in D auf alle Fälle eine Totgeburt.

    Frei nach Dieter Nuhr
    Das Internet ist zum Lebensraum der Dauerbeleidigten geworden, die immer einen Grund finden, anderen irgendetwas vorzuwerfen, um sich selbst moralisch zu erhöhen.

  • guppy, dafür gibt es ja die extra Versicherung, die man da extra abschließen soll. Die Versicherung ist ja auch einer der Geldgeber.


    "Sollte für ein Fahrzeug keine Drittfahrerversicherung vorliegen, kann diese bequem über Autonaut hinzugebucht werden."


    autonaut .de/ufaq/was-sicher-der-drittfahrerschutz-ab

  • Jo, irgendwas geht ja immer. Aber ein grosses Ding wird das nie. Und ob das reicht drei Leute zu ernähren?


    Ich sehs in meiner Ecke. Alle machen seit zwei Jahrzehnten denselben Fehler, sie gehen personell zu dick dran.


    In dem Fall hier: Ich will morgen von Frankfurt nach München. Ich muss also in deren Menu, 4,90 Euro bezahlen, evtll. eine Versicherung abschliessen. Jo, dann stellt sich die Frage, wie mein Fahrzeug und der Fahrer zusammenfinden sollen. Der Fahrer hat ja kein Auto, also bin wahrscheinlich ich derjenige, der ihn irgendwo abholen muss. Oder aber, der Fahrer findet mit Bus und Bahn zu mir.

    Und dann kommt hinzu, dass ich da auf jemanden treffe, von dem ich nichts weiss, nicht weiss, ob dessen Fahrkünsten vertrauen kann.

    Und das alles, damit ich nicht selbst fahren muss?

    Die Basis der normalen Mitfahrgelegenheiten ist die, dass der Fahrer etwas billiger fährt, wenn er einen mitnimmt und derjenige, der mitgenommen wird, billiger als mit Bus und Bahn ans Ziel kommt.

    Der Fall hier war ja nur ein Beispiel. Im Moment kommt soviel Unsinn auf den Markt, dem das Internet angeblich einen Sinn geben soll. Und fast jeder kriegt schon Vorauspresse, nur weil er sagt, dass er da was furchtbar Neues und Innovatives hat.


    Hier kämpfen in der Werbung mindestens fünf Lieferdienste um Kunden, ständig kommen neue Apps in Secondhand-KLamottenmarkt auf den Markt, einer versucht sich im Vollservice im Gebrauchtwagenmarkt, der Kunde braucht nichts mehr zu machen, nur zu sagen, was er als Auto will, den Rest machen die, bis zu Lieferung des zugelassenen Fahrzeugs vor die Haustür. Und und und. Bei manchem was da teuer beworden wird, hab ich bis heute nicht verstanden worum es geht.


    Eine Website bietet Kredite bis 300 Euro, angeblich für jedermann ohne Prüfung einer Bonität, an. Null Zinsen, null Bearbeitungsgebühr.


    "Wir kaufen Ihr Auto", hier "compramos-tu-coche", verpricht, dass der in ihrer Website sofort angezeigte Preis auch der ist, der dann garantiert auch tatsächlich gezahlt wird.

    Eat the rich giants.

  • autonaut .de/ufaq/was-sicher-der-drittfahrerschutz-ab

    Klar versichert kann alles irgendwie werden, aber kurzfristig zu einem akzeptablen Preis? Halte ich eher für ausgeschlossen. Ein bissel Resterfahrung aus dem Bereich habe ich ja noch, deshalb gerade mal durchgetestet, schon weil da diverse "Experten" die Versicherung abschließen und nach Ende der Fahrt widerrufen würden oder falsche Angaben machen, bleibe ich dabei so wie Cura es beschrieben hat, eine Totgeburt. Ich lese mir die Seite jetzt nicht komplett durch, aber das Impressum ist interessant, oder besser das rührige Kerlchen, das als Geschäftsführer da steht. Gute und die richtigen Verbindungen und ein Haufen Fördergelder sehe ich da als Motivation.
    Die Versicherungsseite zeigt nach Eingabe der Daten:

    Fehler

    Diese Website ist zur Zeit nicht verfügbar. Wir arbeiten für Sie. In Kürze sind wir wieder für Sie da!

    Frei nach Dieter Nuhr
    Das Internet ist zum Lebensraum der Dauerbeleidigten geworden, die immer einen Grund finden, anderen irgendetwas vorzuwerfen, um sich selbst moralisch zu erhöhen.

  • Das ist für mich sogar noch nicht mal eine wirkliche Versicherung. Wenn die Vertragsstrafen übernehmen und Co ist das vielleicht schön, aber ich denke mal, dass die eigentliche Hauptversicherung dann schon mal aufs Dach steigt. Weil diese "extra Versicherung" zahlt ja nicht den Schaden, sondern nur das, was durch den "Drittfahrer" nicht abgedeckt ist, wobei das auch nicht alles sein wird. Steht ja sogar irgendwo dabei, gerade bei Dienstfahrzeugen, ob das mit der Zusatzversicherung überhaupt möglich ist und man das vorher abklären soll.

  • Das Glück der ersten Stunde hat heute keiner mehr, weshalb alles scheitert, was z. B. FB Konkurenz machen will. Was langsam aufbauen funktioniert nur noch in wenigen Ecken. Die grosse Mehrheit der FB-Nutzer misstraut FB, aber es wird nicht gewechselt, auch wenn jemand alle Missstände FBs vermeidet.

    Is hier nicht anders. Wennde einen Fahrwilligen in Koblenz hast und einen der willig ist sich fahren zu lassen in Trier wird das nix. Die Probleme entstehen ja schon, wenn beide nur wenige Kilometer auseinander sind. Kein stehendes Netz, kein Umsatz. Kein Umsatz, keine Anmeldungen.


    Forum? Wennde nicht gleicht mit einer vielstelligen Zahl von Mitgliedern, die auch gefakt sein können, anfängst wird das nix mehr. Bestes Beispiel, unsere Domaingruppe auf FB. Hat gerade mal 12 Mitglieder, da hat sich bis heute kein "Fremder" angeschlossen. Es müssten also noch mindestens eine dreistellige Zahl "Anfangsmitglieder" hinzukommen. Ob die dann wirklich was damit zu tun haben ist unwichtig. Die Zahl machts.


    Das haben ja schon vor vielen Jahren die Gebrüder Fürchterlich erkannt, als sie in wenigen Monaten, als Ebay gerade in den USA gross wurde, in Deutschland eine Versteigerungsplattform hochzogen mit angeblich zehntausenden Mitgliedern, die sie dann für viele Millionen an Ebay verkauften. Hat man je davon gehört, dass Ebay "Betrug" geschrieen hat? Klar, Papa war Rechtsanwalt und Finanzier und somit war alles gut durchdacht.

    Eat the rich giants.