Jammerfred 2019

  • Ganz ehrlich, Klimawandel erlebte ich heuer ganz anders, also mal vom Wetter abgesehen. Normalerweise bin ich Mitte Nov auf dem Dach und hole da das Laub runter. Heuer? Da war ich am 10.12. oben, holte was runter, aber gefühlt 70% hing noch an den Bäumen. Die Herbststürme, die sonst die Bäume freipusten? Nicht da gewesen. Dann kam auf einmal Schnee. Eigentlich normal zu der Zeit, aber nicht, dass die Bäume ihr Laub noch haben. Unser wilder Mohn unten im Hof war geschnitten, ist nun aber schon wieder fast 20 cm hoch.

  • Irgendwie hab ich seit Jahren das Gefühl, dass die Jahreszeiten sich verschieben, der Sommer z. B. später beginnt und später endet, der richtige Winter immer kürzer wird und der Frühling immer öfter ausfällt.


    Keine Ahnung, aber die Wetterphänomene sind schon erstaunlich und werden immer heftiger.


    Soviel Wasser wie hier in den letzten Jahren innerhalb kurzer Zeit runterkommt, kam noch nie runter, sagen zumindest die Alten. Vor zwei Wochen dachte man die Halbinsel geht unter, jetzt ist es am Tag fast sommerlich und in der Nacht scheisskalt. Auch nicht soo normal.


    Aber egal, die Tage werden seit etwas mehr als einer Woche abends wieder länger. Es geht aufwärts.

    Die zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne Mitwirkung von Juristen zustande gekommen sind. > Charles de Gaulle

  • Würde ich so bestädigen wollen. Wobei der Winter, auch wenn kürzer, dann heftiger aber später kommt, gerne im März.

    Jupp, dieses Jahr jede Menge Obstblüten erfrohren. Im Prinzip fast alles was Steinobst war zu 70% Verlust.

    Frei nach Dieter Nuhr
    Das Internet ist zum Lebensraum der Dauerbeleidigten geworden, die immer einen Grund finden, anderen irgendetwas vorzuwerfen, um sich selbst moralisch zu erhöhen.

  • Ok, Obst in der Form haben wir hier nicht, nur jede Menge Stauden, Rosen, Ziersträucher, Brombeeren, Stachelbeeren, Himbeeren etc. Alle trieben letztes Jahr schon Ende Januar Anfang Februar aus. Da war es in der Sonne fast 25 Grad und ohne an die 15. Die Rosen hatten schon Knospen. Dann kam die Kälte, 2 Wochen am Stück. Vieles hat auch nicht überlebt. Vor allem die Stauten. Viele kamen den ganzen Sommer nicht mehr ;(

  • Hier haben sie gerade vermeldet, dass dieser Herbst weltweit der wärmste seit der Wetteraufzeichnung sein soll. Und Strandwetter an Weihnachten kennt man selbst auf der Halbinsel nicht. Aber die Einheimischen freuen sich, Strandwetter und keine Touristen. Ist selbst für die was neues.


    Wenns jetzt noch nachts ein bissl wärmer würde....

    Die zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne Mitwirkung von Juristen zustande gekommen sind. > Charles de Gaulle

  • Gäbe es nicht so viele Idioten kämen wir mit wesentlich weniger Gesetzen aus.


    Das geht jetzt schon seit dem 24.12. fast ununterbrochen. Es knallt und knallt und knallt. Die Gastarbeiter aus Osteuropa haben ein Geschäft gewittert, sie lassen sich verbotene, wahrscheinlich selbstgebastelte, "Sprengsätze" aus ihren Ländern schicken und verticken sie hier an die Spanier.


    Hier hantieren Kinder ohne jegliche Aufsicht mit Sprengsätzen, die ihnen den Kopf abreissen, wenn sie mal einen Fehler machen. Kinderliebe verantwortungslos falsch verstanden, Jeder, auch Kinder, ist hier ständig einem enormen Lärm ausgesetzt, Springburgen mit Boxen, mit denen man eine Grossraumdisko beschallen könnte. Lärm, Lärm, Lärm und das mit allem was die Boxen hergeben.

    Heute nacht zum Jahreswechsel: Eine Handvoll Raketen am Himmel, ansonsten Böller, Böller, Böller. Es muss nichts fürs Auge sein, es muss nur krachen.


    Und auch heute geht das schon seit Mittag wieder, an allen Ecken und Enden bumst und knallt es ohrenbetäubend. Das rücksichtslose spanische, zur Übertreibung neigende Arschloch freut sich, wenn es so richtig Lärm machen kann und ist happy, wenn im Umkreis von 300 Metern alles zusammenzuckt.


    Aber so langsam wird es auch vielen Spaniern zuviel, so langsam spricht sich hier auch rum, was man anderswo schon lange weiss, nämlich, dass Lärm krank macht. Viele haben auch mittlerweile Angst um ihre Autos, verständlicherweise.


    Die Grenzen für vermeidbaren Lärm liegen hier am Tag bei 65 und bei Nacht bei 45 Dezibel. 45 Dezibel entspricht dem Geräusch einer sich öffnenden Kühlschranktür. Ach? Tatsächlich? Davon hat nicht mal der Chef der Guardia Civil der Gegend hier, der bei meinem Nachbarn ein- und ausgeht, je gehört. Und ihm geht die tagelang anhaltende Knallerei auch auf den Sack.

    Ich hoffe, dass es ab morgen endlich endet.

    Die zehn Gebote sind deswegen so kurz und logisch, weil sie ohne Mitwirkung von Juristen zustande gekommen sind. > Charles de Gaulle

  • What? Kann ich so nicht glauben. Bitte Nachweise dazu, in meiner Sprache. Erstens, dass das ganze auch für die Silvesternacht gilt und zweitens, dass die Daten überhaupt stimmen. 65db am Tag? Wann wascht ihr dann bitte Wäsche? Mäht den Rasen oder sonst was?


    Ich habe hier eine sehr leise EcoSilence Waschmaschine, die hat aber dennoch 69db im Schleudergang. Und das ist kein Gerät das jeder hat oder das Standard ist. Standard ist eher 73db.

  • Es geht hier um vermeidbaren Lärm. Wäsche waschen und Rasen mähen sind unvermeidbar. Als vermeidbar gilt bspw. ein Bengel der stundenlang mit einer Plastikflasche auf die Balkonbrüstung schlägt ^^

    Ähnliche Werte gelten, je nach Gebiet, auch in Deutschland. Google schmeißt Dir da auf Anhieb unzählige Ergebnisse.

  • >> dass das ganze auch für die Silvesternacht


    Silvesternacht war vorgestern. ^^


    Jo, vermeidbarer Lärm!

    Und richtig, ähnliche Werte gelten auch in Deutschland. Erklärt hat mir das mal vor mehr als 25 Jahren einer von der Verwaltungspolizei, der gekommen war, um den Garten eines meiner Lokale, den ich konzessioniert habe, abzunehmen. Von dem stammt auch das Beispiel der Kühlschranktür.


    Und gestern war hier gegen 22 Uhr plötzlich himmliche Ruhe im Kaff. Ich hab hier 50 Meter weiter ne Kneipe, die, in der, als ich hier einzog wenig los war. Die hat sich in den letzten Monaten zu einem Radauladen entwickelt, laute Musik, laute Gäste. Und auch so ein Ding, das ich nicht nachvollziehen kann, die stehen und sitzen auch bei bitterer Kälte stundenlang vor den Kneipen und saufen. Gestern abend auch dieser Lärm und die Böller, bis sich dann ein Familienclan besoffen in die Haare geriet und verkloppt hat, mit Tischen und Stühlen. Ein Clan, der hier ziemlich gefürchtet ist und die im Drogengeschäft unterwegs sein sollen.


    Auf alle Fälle dauerte es nicht lange und die Guardia Civil war dann im Ort unterwegs und man hörte einige Festgenommene laut schreien und weinen. Zimperlich ist die Guardia ja nicht gerade. Hab eine Festnahme auch zufällig im Scheinwerferlicht meines Wagens mitgekriegt, weil ich meinen Vito, wegen des heute stattfindenden Wochenmarkts umparkt hatte. Der Festgenommene lag auf dem Bauch zwischen zwei geparkten Autos, die Hände auf dem Rücken und heulte wie ein Schlosshund, weil die Handschellen wohl zu fest zugezogen waren.


    Muss man nicht gut finden und ich finde das auch nicht akzeptabel, aber es traut sich bei solchen Aktionen der Guardia niemand näher ran, alles schaut nur aus der Ferne zu.

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  • Ok, "vermeidbarer". Was so ein Wort alles ausmacht, wenn man es überliest oder anders deutet. Man kann ja auch per Hand waschen oder eben mit nem Handmäher mähen.


    Als vermeidbar gilt bspw. ein Bengel der stundenlang mit einer Plastikflasche auf die Balkonbrüstung schlägt ^^

    Oder auf Schränke, Heizungen, den Boden, Türen ..... Sage das mal denen unter mir. Danke.

  • DAS weiss sogar ich nicht. Biste da sicher Margin?

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  • Ja, gut, es könnte ja sein, dass Massstab ist welcher Lärm von irgendwas oder irgendwem ausgeht. Dann würde an der Quelle gemessen und nicht beim Empfänger.

    Das hab ich damals vergessen den Herrn vom Ordnungsamt zu fragen, wie mir jetzt aufgefallen ist. Ich war bis heute der Meinung, dass die Quelle entscheidend ist.

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  • Stell Dir vor, Dein nächster Nachbar wohnt einen Kilometer weiter, Du kannst unbesorgt täglich mit der Kreissäge arbeiten. Nun baut jemand dazwischen ein Einfamilienhaus und der ist natürlich recht schnell abgenervt. Und dann zählt nicht der Ausgangslärm der Kreissäge, sondern die Zumutbarkeit des Restlärms, der noch bei ihm ankommt.

    *edit*

    Standardlärm kann auch auf Basis des Ausgangslärms für die unterschiedlichen Entfernungen zur Quelle hochgerechnet werden. Das wird beispielsweise bei der Verkehrsplanung so gemacht. Bei einer Waschmaschine im Mehrfamilienhaus geht das nicht mehr, weil Wände, Decken, Isolierungen das Ergebnis beeinflussen.

  • Von der rechtlichen Beurteilung her war mir das schon immer klar, nur habe ich aus Sicht der rechtlichen Beurteilung andersrum gedacht, nie den Bogen gespannt.


    Beispiel: Es fühlt sich jemand durch den Nachbarn am Tag gestört. Dann ist nicht nur entscheidend, was bei ihm ankommt, sondern auch, was von der Quelle ausgeht. Kommt die Quelle nicht über z. B. am Tag nicht über z. B. 65 Dezibel ist die empfundene Lärmbelästigung hinzunehmen. Heisst, behauptet ein sich gestört Fühlender etwas und geht auf den Störer los, was ja der Normalfall ist, braucht dieser nur zu belegen, dass die Lärmquelle bei ihm nicht über 65 Dezibel kommt und Ruhe ist und es braucht beim sich gestört Fühlenden erst gar nicht mehr gemessen zu werden.

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