Der Westen, Putin und die Ukraine _

  • Und jetzt stell sich mal einer vor, Finnland tritt der EU bei. Dann ist der russische Zugang zur Ostsee für Kriegs- UND Handelschiffe blockiert.
    Weil ja die beiden Staaten Estland und Finnland eine 20-Meilen-Zone haben und damit wäre der Zugang abgedeckt.

    Dann könnte der Oblast Kaliningrad nicht mehr versorgt werden.
    Das wäre dann ein Ghetto mit ca. 1.000.000 Einwohnern, das verhungert.

    Also, wenn das keine eindeutige Provokation ist, dann weiß ich auch nicht.

    Wer zuerst "Datenschutz" sagt, hat verloren.

  • Und aus dem Grunde darf man schon allein in der Ukraine nicht nachgeben. Keine Kapitulation, permanentes verhandeln, bis es zur Einigung kommt. Hier ein Stück, da ein Stück vom Kuchen, das hatten wir schon einmal.

  • Und jetzt stell sich mal einer vor, Finnland tritt der EU bei. Dann ist der russische Zugang zur Ostsee für Kriegs- UND Handelschiffe blockiert.
    Weil ja die beiden Staaten Estland und Finnland eine 20-Meilen-Zone haben und damit wäre der Zugang abgedeckt.

    Vermute mal du meinst die Nato - Finnland ist seit fast 30 Jahren in der EU.


    Die Aktion die Litauen da abzieht, ist vermutlich mit dem großen Bruder und der EU nicht wirklich abgesprochen. Heute war so eine Politikerin aus Litauen im Fernsehen - Tenor "alles nicht so schlimm" - alle anderen, die was zu melden haben, hüllen sich in Schweigen, oder blablaen.
    https://www.daserste.de/inform…stop-kaliningrad-100.html

    Frei nach Dieter Nuhr
    Das Internet ist zum Lebensraum der Dauerbeleidigten geworden, die immer einen Grund finden, anderen irgendetwas vorzuwerfen, um sich selbst moralisch zu erhöhen.

  • Jo, wennse das in Litauen als Tauschangebot geplant hätten, "Wir lassen alles passieren, wenn Ihr im Gegenzug den Weizen passieren lasst", wärs ja ein kluger Schachzug gewesen, bei dem jeder sein Gesicht wahren kann. Wars aber wohl nicht. Aber vielleicht kommt ja noch einer der Intelligenzbestien auf den Gedanken, dass es so eingesetzt werden könnte. Die Hoffnung soll man ja nie aufgeben.


    Bei den ganzen Geschwätz, welches sich nun seit Wochen abgehalten wird frage ich mich mittlerweile, ob die alle glauben, dass man uns allen ins Hirn geschissen hat. Und als ich gestern gelesen hab, dass für die Deutschen die Baerbock die beliebteste Ministerin ist, war mir klar, dass es bei den meisten so sein muss. Bei Dampfplauderer Habeck kann ich es ja noch halbwegs nachvollziehen.


    Dieser Selensky treibt die Politik Europas wie eine Schafsherde vor sich her und die lassen sich wie im Massenwahn treiben. Noch ne Sanktion und dann noch eine, Putin haben die Sanktionen bisher mehr gestärkt als geschwächt, es braucht also noch mehr Sanktionen. Eine muss doch mal Wirkung zeigen. Und klar, sie zeigen Wirkung, bei uns. Unser Finanzmister stimmt uns auf 5 bis 6 Jahre "harte Zeiten" ein. Wie hart sie wirklich werden weiss er und auch die anderen noch nicht so genau, es können auch 10 Jahr und mehr werden. Zurück in die 20iger Jahre des vorigen Jahrhunderts?


    Jetzt wird über ein Preiskarteill nachgedacht, der Preis für Putin Resourcen soll gedeckelt werden. Shit nur, dass da mehr als die halbe Welt nicht mitmacht. Putin drosselt schon die Lieferungen, um zu zeigen wer aktuell die besseren Karten hat und es wird darüber nachgedacht, wie man den Preis des Wenigen, was er noch liefert drücken kann. Folge, so wird gemutmasst, wird wohl sein, dass der Sprit sich noch mehr verteuert. Genug Spielraum nach oben bleibt ja, der Liter kostet ja gerade mal nur 2,20 Euro.


    Aus der Ukraine wird uns täglich erzählt was Putin so denkt, alles vorhat und was deswegen gemacht werden muss. Keiner weiss es, ausgenommen die mit ukrainischem Pass natürlich, möglicherweise nicht mal Putin selbst, weil der sich wahrscheinlich an der sich täglich ändernden Realität orientiert. Und wir können alle nur hoffen, dass der nicht an die Grenze getrieben wird an der er zum Kamikaze wird und er sagt "So, jetzt will ich es wissen".


    Zu Putin wird ja mittlerweile Nein gesagt, keiner traut sich auch der Ukraine Nein zu sagen. Die bremsenden Bockigen in der Schafsherde, wie Frankreichs Macron, werden verunglimpft. Scholz wird fast unisono von den deutschen Politikern der Lächerlichkeit ausgesetzt. Fast die gesamte deutsche "Politikerelite" gefällt sich als Netzbeschmutzer.


    So Mitte, Ende August, schallt es aus der Ukraine, können wir wohl, wenn wir bis auf die Zähne bewaffnet sind, ne Gegenoffensive auf die von Russland eroberten Gebiete starten. Die Juristen, Völkerrechtler, dieser Welt machen sich dazu bereits Gedanken, ob der Wandel vom Verteidiger zum Angreifer dann noch so gerechtfertigt ist, dass er durch Waffenlieferungen unterstützt werden kann. Viele neigen jetzt bereits zu einem Nein. Unsere Ausserministerin und Völkerrechtlerin hat dazu wohl noch keine Meinung. Sie sucht wohl noch nach den einschlägigen Paragrafen im internationalen Völkerechtsgesetzbuch. Scherz von mir. ^^ Ein solches gibt es nicht. Ich erwähne es halt nur, weil Amelia mal sagte, dass ihr das Studieren der Paragrafen bei ihrem Studium des Völkerrechts viel gebracht hat.

    "Journalismus bedeutet, Sachen zu drucken, die jemand nicht gedruckt sehen will. Alles andere ist Werbung",


    William Randolph Hearst > Verleger

  • Vermute mal du meinst die Nato - Finnland ist seit fast 30 Jahren in der EU.


    Die Aktion die Litauen da abzieht, ist vermutlich mit dem großen Bruder und der EU nicht wirklich abgesprochen. Heute war so eine Politikerin aus Litauen im Fernsehen - Tenor "alles nicht so schlimm" - alle anderen, die was zu melden haben, hüllen sich in Schweigen, oder blablaen.
    https://www.daserste.de/inform…stop-kaliningrad-100.html

    Jo. NATO natürlich. :)

    Ich denke auch, dass das nicht wirklich abgesprochen war in großer Runde.
    Abgesehen davon gibt es da auch den Vertrag von 1992 und 2004 zwischen Litauen und Russland:
    Die besagen, dass Kaliningrad IMMER und ohne Einschränkungen per Bahn, Straße, Luft und See mit Personen und Waren beliefert werden darf. (Ausser Waffen und Atomkrams)
    Das ist ein internationaler Vertrag, der nicht mal einseitig aufgekündigt wurde oder abgelaufen ist. Wieso sollte eine EU-Sanktion diesen jetzt brechen dürfen?
    Da würde mich auch mal ne rechtliche Meinung interessieren.

    Wir haben halt derzeit ne konservative Regierung am Start. Wobei ich mit konservativ jetzt nationalistisch meine. Stell Dir einfach die CDU mit Höcke als Chef vor.
    Und diese Jukneviciene ist halt aus so ner typischen Landsbergis-treuen Politiker-Familie. Da war schon der Papa strammer Nationalist und ihr Mann ist Justizminister. Die stecken allesamt tiefer im Arsch der USA als Baerbock.

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  • Was mich am meisten wundert ist die Unverfrorenheit mit der wie selbstverständlich davon ausgegangen wird das Putin sich so zu verhalten hat wie vor dem Krieg und Sanktionen.


    Mit derselben Selbstverständlichkeit wie die USA davon ausgehen, dass nur sie auf dieser Welt berechtigt sind Kriege anfangen zu können geht die westliche Welt davon aus, dass nur sie berechtigt sind Verträge zu brechen, Embargos und Sanktionen zu verhängen. Die "Bösen" sollen sich gefälligst sagen lassen was sie zu tun haben, wie lange sie noch liefern dürfen, alles natürlich an die Bedürfnisse des Westens angepasst.


    Und beiläufige Meldung heute: Der Gaspreis könnte sich noch verdreifachen. Na denn.


    Und die Süddeutsche meint heute: Schlacht um den Donbass > Die Chance, dass die Ukraine diesen Krieg gewinnt, tendiert gegen Null. > Das Gemetzel in der Ukraine wird wohl erst enden, wenn einer der beiden Gegner im Wortsinn ausgeblutet ist. So, wie es derzeit aussieht, wird das nicht Russland sein.

    Issen Bezahlartikel, die Schlagzeile ist aussagekräftig genug.


    Wieviele Ukrainier werden bis dahin noch sterben? Was wird von der Ukraine noch stehen? Klar ist, dass die Russen verhindern wollen, dass die Waffen die nun geliefert werden sollen zum Einsatz kommen. Heisst für die Ukraine: Bombardierungen und Raketen aller Orten.


    Und wer soll das sinnlos Zerstörte mit welchen Geldern wieder aufbauen? Die EU, deren Staaten logischerweise als Folge der Sanktionen in den nächsten Jahren sehr viel weniger Steuereinnahmen haben werden? Das, was sie jetzt durch Geldentwertung und steigende Preis mehr einnehmen müssen sie an ihre Leute weitergeben, damit die überleben. Wie lange werden die Ukrainer sich von ihren Häuptlingen noch in den Tod schicken lassen? Wie lange werden die Bürger Europas diesen Irrsinn ihrer Häuptlinge weiter stillschweigend hinnehmen?

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    William Randolph Hearst > Verleger

  • Und beiläufige Meldung heute: Der Gaspreis könnte sich noch verdreifachen. Na denn.

    Das ist eine eher optimistische Prognose :)
    Vor allem vor dem Hintergrund, dass der Gaspreis für die Großeinkäufer jetzt schon das 4-fache beträgt. Und jetzt ist Sommer. Und Putin hat den Gashahn noch nicht mal ansatzweise zugedreht. Das, was wir da spüren, sind erst die Auswirkungen unserer eigenen Sanktionen.
    Ich korrigiere: Die ganz zarten Anfänge der Auswirkungen unserer eigenen Sanktionen.

    Das wird nicht mehr lange dauern und die deutsche Regierung wird Gas für Haushalte rationieren oder es wird stundenweise einfach kalt in der Heizung.
    Denn auf eines kann man sich in einem kapitalistischen Land immer verlassen: Die Industrie geht vor. IMMER!

    Ich bin zwar nicht so der hämische Typ, aber ich habe gerne recht.
    Von daher freut es mich, das das eintritt, was ich den kriegsgeilen Teutschen schon vor Monaten gesagt habe und als Putinschwanzlutscher betitelt wurde :)

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  • Guppys Einstellung des Zitats unseres EX-BGH-Richters:

    >> Aber mit Weizen und afrikanischen Kindern bekommen das humanitäre Eingreifmotiv und die völkerrechtliche Legitimation einer Fregatte natürlich einen ganz anderen Drive! Noch traut sich ja keiner so recht, seine Leitartikler- und Talkshow-Ehre auf die Karte »Für die Kinder in Afrika – Hauen wir die Weizen-Route frei!« zu setzen. Aber wir arbeiten daran.


    Jo, sie arbeiten dran:

    https://www.spiegel.de/ausland…f0-4bb7-a485-63e48e745bb7


    Der Spiegel wird langssam auch wieder kritischer und fragt heute:


    >> Die ukrainischen Exporte boomen – für Tierfutter

    Mais oder Soja als Futtermittel: Über eine alte ukrainisch-polnische Eisenbahnstrecke gelangen Abertausende Tonnen Agrarprodukte in den Westen. Warum nicht auch der dringend gebrauchte Brotweizen?


    Ausgelastet scheint die Route nicht, es wird gesagt, dass noch verdoppelt werden könnte.

    Naja, Bilder von verhungernden Kühe in deutschen Ställen gingen ja zur Not halbwegs, besser machen sich aber die altbekannten Bilder dünner Kinder, mit dicken Bäuchen aus Afrika. Und klar, erst müssen die Viecher versorgt sein, damit sich dann die Menschen von diesen Viechern ernähren können.


    Bezahlartikel:



    (S+) Ukraine: Exporte boomen – für Tierfutter
    Mais oder Soja als Futtermittel: Über eine alte ukrainisch-polnische Eisenbahnstrecke gelangen Abertausende Tonnen Agrarprodukte in den Westen. Warum nicht…
    www.spiegel.de



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  • Und was bringt die Verdopplung, wenn die Hauptumschlagplätze (zu 90% des Exports bisher - per Schiff) unter russischer Kontrolle stehen? Der Weizen muss ja erst mal von Punkt A nach B und dann in einen Zug. Mach das mal von jetzt auf gleich, wenn es üblich ist, das Zeug per Schiff zu transportieren. Ist halt Mist, wenn die meisten Umschlagplätze in gewissen Hafenstädten sind, bei denen so manche sagten "warum nicht einfach aufgeben?". Naja, nun sind sie aufgegeben. Oder auch Mist, wenn man ernten könnte, aber nicht weiß wohin damit, weil die Lager voll sind.


    Ich empfehle mal den Artikel der Tagesschau. Da steht sinngemäß was von einem Bauern drinnen, der eigentlich ernten könnte, aber nicht kann, da Lager voll. Der Abnehmer das aber nicht leeren kann, weil dessen auch voll ist. Nunja, eigentlich geht das Zeug über Odessa raus und macht Platz, aber da ist dicht. Alternative mit dem LKW zum nächsten Bahnhof. Doof nur, dass es da in der Umgebung keinen mehr gibt, der noch funktioniert. Also mit zu einem anderen, quer durch die Berge, viele viele KM entfernt. Nächste Problem. Es gibt nicht genug LKW und auch nicht genug Diesel. Bahn? Wird auch angesprochen, auch die DB, die ja per Zug Weizen holt. Die Züge stehen teilweise auf den Gleisen rum. Grund? Lokwechsel, weil kein Stromnetz. Langsam fahren um Sprit zu sparen, weil auch nicht genug Diesel. Und das ganze ausbauen und ausweiten? Nicht genug Züge! Und wenn mal was ankommt an der Grenze, dann muss das auch noch umgeladen werden, blockiert die Strecke auch und kostet Zeit. Grund? Andere Spurweiten!


    Laut DB: Zwischen in der Ukraine beladen, losfahren, ab an die Nordsee oder die Adria in den Hafen, entladen, zurück in die Ukraine, damit neu beladen werden kann, dauert es 2-4 Wochen, je nach Zielbahnhöfe.


    Angeblich hat ja ein türkisches Schiff Mariupol mit Weizen verlassen. Komisch bisher nur, dass überall bestätigt wurde, dass ein türkisches Schiff dort ausgelaufen ist, aber keine wirklich sagen kann, dass da auch Weizen geladen ist.


    Und natürlich ist der Artikel von Spiegel bezahlt, logischerweise auch mit so einer reißerischen Überschrift. Hammse gut gemacht und von FAZ abgeschaut, denn die hatten das schon vor 6 Wochen.

  • Wahrscheinlich wolltense damit sagen, dasse auch noch Kapazitäten frei hätten für Menschenfutter.


    Gibt es da generell bei Agrarprodukten einen Unterschied, auch von Wachsen und Transportieren her, zwischen dem was für Menschen oder Tiere gedacht ist? Meine Logig sagt mir, dass man das eine wie das andere transportieren kann. Und wenn man es transportieren kann, könnten auch die Lager geleert werden. Zumindest teilweise.


    Mir erscheint das nicht schlüssig, bei Tierfutter geht es, bei Menschenfutter nicht?


    Und warum sollten die Russen sich einen möglichen Angriffsweg verminen? Den von See her. Die Ukrainer sind es, die von Odessa aus die nun für Menschen gesperrten Strände und das Meer davor verminen, weil sie so einen Angriff russischer Truppen vom Meer her verhindern wollen.

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  • Ist echt mühsam.... Immer wieder die gleichen Aussagen.... Die Russen sind es, die die Häfen blockieren. Entweder kontrollieren oder blockieren. Ich sage nur Schwarzmeerflotte. Die Russen sind es, die Bahnhöfe zerstörten. Mit den Russen musste verhandelt werden, damit dieses türkische Schiff nach Odessa durfte, laden und wieder raus, was auch immer das geladen hat.


    Und der Spiegel.... Tausende Tonnen.... Wie viel ist das denn genau? 2.000 Tonnen? 10.000 Tonnen??? Hört sich viel an, ist aber ein Witz! Die EU will über den Landweg, Zug und LKW ca. 20.000.0000 Tonnen rausholen, ca. 7.000.000 im Monat. Was will der Spiegel da mit seiner nichts sagenden "tausenden Tonnen"???


    Und genau diese 20.000.000 Tonnen sind die, die JETZT in den Lagern liegen und weg müssen, Russland die aber nicht raus lässt.


    Und das Zeug wird ja auf LKWs umgeladen und transportiert, teils direkt, teils zum Zug, aber transportiere mal 20.000.000 Tonnen mit LKWs! Wie viele Tonnen passen auf einen LKW? Ich habe keine Ahnung, ich schätze einfach mal: 20 Tonnen? Wie viele LKW braucht man dann für 20.000.000 Tonnen?


    So, das Zeug, das in Polen ankommt oder an der Grenze, das ist auch normaler Weizen. Zitat sinngemäß eines Händlers, der das gerne an die Polnische Küste transportieren würde, um es auf Schiffe zu laden. Es gibt keine Fahrer, keine LKWs.... Die Waggons mit Weizen stehen Wochenlang an der Grenze. LKW warten an der Grenze Tage, bis sie durchkommen, Züge Wochen, bis sie entladen werden können. Und so lange die da stehen kann auch keiner zurück fahren und neue Ladung holen.


    Laut vorliegenden Zahlen wurden im April 640.000 Tonnen Getreide aus der Ukraine per Zug exportiert, im Mai 770.000 Tonnen. 5 Mio im Monat wären nötig, für einen normalen Ablauf. Nochmal, was will der Spiegel da mit seinen "tausenden Tonnen"? Du wertest das noch als "Spiegel wird kritischer"... Ich sage schlicht.... Schöner Click-Bait, mehr nicht.


    Polen versucht gerade, die Kapazitäten für die Umladung der Züge auf 370 Waggons pro Tag zu erhöhen. Aktuell sind das viel viel weniger, daher stehen die auch alle Wochenlang rum. Nur das reicht auch hinten und vornen nicht. Rechne mal selbst um, was 370 Waggons wären. Und vor allem auch bedenken, wie das dann weiter transportiert werden soll. Keine Transportroute in der EU ist dafür ausgelegt. Dafür gab es die Schiffe.


    Aktuell stehen in der Ukraine ca. 24.000 voll beladene Waggons mit Gütern (aller Art) rum, die auf den Abtransport warten. Naja, vielleicht kommt ja einer und schiebt die mal??? Davon stehen alleine 10.000 beladene Waggons in Izov, das liegt direkt an der polnischen Grenze. Die werten aber nicht abgefertigt, weil nicht möglich. Wohin damit, wie umladen, wohin umladen, wohin transportieren, mit wem transportieren? Alles per Hand wegtragen?


    Wie oben schon geschrieben, da warten bereits 10.000 Waggons. Polen will auf 370 pro Tag erhöhen. Alleine für die "wartenden" wären das dann schon ein Monat. Und es kommen ja ständig neue.


    Nochmal, was will der Spiegel mit "tausenden Tonnen". Da stehen 10.000 Waggons an der Grenze und können nicht abgefertigt werden. Wie viel hat so ein Waggon wohl geladen?


    700 kg/m³, das Durchschnittsgewicht von Weizen.


    Die Waggons der DB Cargo fassen 80m³ (Quelle: dbcargo.com). Die Großen. Die kleineren nur 65m³. Keine Ahnung, ob es da eine Limitierung gibt, aber wenn nicht, dann passen da also 56 Tonnen rein. So ein Zug hat 20 Waggons, also ca. 1.120 Tonnen pro Zug. Aktuell fährt die Bahn mit 3 Zügen am Tag. Mehr geht nicht, wegen Umladung und Wartezeiten und so.


    Bis nach Izov ist die Bahn einspurig. Dort in der Nähe ist ein Bahnhof mit Abstellgleisen, 8 Stück. Da passen pro Gleis 100 Waggons drauf. Woher ich das weiß? In Google-Maps einfach nachgezählt, da stehen nämlich Züge drinnen. Dann geht es ab dem Bahnhof wieder einspurig weiter bis kurz vor die polnische Grenze. Wird da wieder dreispurig mit Ausweichgleisen. Der GRenzübergang ist einspurig, ebenso der komplette weg bis zum nächsten Bahnhof in Hrubieszów. Dort wäre dann mehr Platz....


    Soso, in Izov ist also Platz, ca. 800 Waggons offiziell zu parken. Da stehen aber 10.000 !!!! Die ganze Strecke ist dicht. Da kommt keiner mehr vor oder zurück.

  • Was wollen wir oder die Polen auch mit dem ganzen Weizen?
    Die Hauptabnehmer sitzen ja in genau der entgegengesetzten Richtung: Im Nahen Osten und Afrika.

    Ich glaube auch kaum, das wir mal eben so 20.000.000 Tonnen Getreide irgendwo lagern könnten. Und weshalb sollte das auch jemand tun, wenn er nicht dafür bezahlt wird?

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  • Danke CatCat.... Genau das ist ja eines der Probleme an der Sache. Die Transportwege sind nun ganz andere, die dafür gar nicht gedacht waren und die Ziele eben auch die, die nicht geplant sind. Wie Du schreibst, alles was vorher mehr oder weniger durch das schwarze Meer in alle Welt ging, das sind ja 90 bis 98% des kompletten Exports, muss nun mehr oder weniger über Polen / EU als Zwischenstation und dann in die Welt.


    Habe mir gestern auch mal den Rangierbahnhof hier in DE angesehen, soll ja der größte in der EU sein. Naja, die schreiben was von ca. 3500 Waggons am Tag. Die Bahn schreibt ja, dass die Cargos nach Hamburg oder Adria gehen. Ich stelle mir nun mal vor, was Hamburg mit den ganzen Waggons machen soll. Klar, einen Umschlag- / Verladeplatz gibt es da, aber der ist ja schon mit "normalen" Abfertigungen ausgelastet.


    Und natürlich, nein, wir können das nicht lagern. Wir bzw. die EU sind ja nur Transit. Aber eben Transit auf einer Strecke, die dafür nie gedacht war.


    Im Grunde ist das wie auf der Baustelle, wenn es keine Pumpe gibt, die den Beton in den 8ten Stock pumpt und 30 Arbeiter, den dann mit Eimern vom LKW schöpfen müssen, in den Keller tragen, von dort aus durch den Garten des Nachbarn, wieder zurück zur Baustelle, auf das Gerüst in den 3ten Stock, durch eine bereits bewohnte Wohnung, um dann das Treppenhaus bis in den 5ten Stock zu nehmen und ab dann über das Gerüst in den 8ten.

    ^ ^ Der Beton kommt oben an, aber halt sehr sehr viel langsamer über Irrwege.

  • >> Ist echt mühsam.... Immer wieder die gleichen Aussagen...


    Klar, dieselben Informationen, dieselben Rückschlüsse. Ich wüsste z. B. gar nicht wo ich die ganzen Informationen herholen soll, die Du mir da um die Ohren schlägst. Du solltest ne Webseite machen "Ukrainekrieg > Faktenscheck", "Behauptung > Fakten".


    Da schwirren teils abstruse Zahlen durch das Orbit. Mal sind durch den Scheiss, welcher gerade in der Ukraine passiert, 100 Millionen Menschen vom Hunger bedroht, mal sind es 400 Millionen. Nach Aussage unserer Aussenministerin führt Russland einen Hungerkrieg gegen die ganze Welt. Die muss ja immer noch einen draufsatteln, jetzt hat sie das absolute Superlativ gewählt. Und was heisst "Vom Hunger bedroht" konkret?


    Mal kurz zur Verminung: Wenn man sich selbst die noch offenen Wege vermint ist man halt auf das angewiesen, was der Gegner sich selbst an offenen Wegen freihält. Die Schwarzmeerflotte Russlands würde, vermute ich mal, mit grosser Sicherheit keine Frachtschiffe versenken, die unter anderen Flaggen als der Ukraine abholen. Wenn sie denn überhaupt Frachtschiffe versenken würden. Diese Schwimmminen sind ja wahrscheinlich nicht lenkbar, möglicherweise kann man sie verankern, weiss ich nicht, könnten also, einmal ausgesetzt nach ein paar Tagen überall unterwegs sein.

    Ich sehe das grundsätzliche Problem mehr in der "Null Kompromisse heute und morgen mit Russland Einstellung". Jeder spielt in dieser Auseinandersetzung die Karten aus, die er halt hat. Welche Alternativen hat Russland bei dem was sich immer mehr abzeichnet und als Gewissheit angenommen werden kann? Es ist schon lange ein Krieg "Nato, EU gegen Russland". Es fehlt nur noch die "Menpower" mit nicht ukrainischen Pässen".

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  • Die Zahlen sind auch absurd. Das ist aber genau das, was eine Schlagzeile wie "aberwitzige tausende Tonnen Tierfutter, warum kein Brotweizen?", so "interessant" macht und zu Klicks treibt und natürlich dann kostenpflichtig. Oder eben triggert im Sinne von, ja warum eigentlich nicht? Was soll der Scheiß?


    Weil das absurde Zahlen sind, die sich einer so direkt nicht vorstellen kann. Das Problem bei den Zahlen ist schon der Begriff "Tonnen", denn bei dem können sich die meisten was vorstellen, was wie "das ist verdammt viel". Ja, aber nicht in der Landwirtschaft, das mag viel sein, wenn man sich Feuerholz für den heimischen Kamin kauft.


    Der Spiegel könnte auch direkt schreiben, dass die Bahnlinien für einen maximalen Transport von ca. 1,500.000 Tonnen ausgelegt sind. Dann muss aber alles passen, Züge da sein, Fahrer, Diesel, die Abwicklung an der Grenze, die Bahnhöfe funktionieren, LKW da sein etc. Polen hat ja schlicht auch schon das Problem, dass die gar nicht für das Umladen von Getreide und Co, also Schüttgut, ausgerüstet sind. Denen fehlt schon die Technik dazu. Und diese 1.500.000 möglichen Tonnen wären das Doppelte von dem, was im Mai transportiert wurde. Also stimmt die Aussage "man hätte doppelte Kapazitäten" schon irgendwie. Aber halt nur, wenn alles andere auch passt.


    Oder eben so was wie die Spurbreiten der Bahnstrecken. Die können ja nicht einfach durchfahren bis zum nächsten Bahnhof, wo vielleicht noch Platz ist oder Kapazität, was zu entladen. Nee, geht ja nicht. Habe da neulich erst eine Doku zu gesehen, da ging es aber um Russland und Finnland und den Güterverkehr dort. Die haben ja das gleiche Problem, müssen auch umladen, Loks wechseln etc. Aber die haben die Anlagen dafür, das zu machen. Witzig, hatte ich vorher so auch noch nicht gesehen. Da werden ganze Waggons umgedreht, auf den Kopf, so ausgeleert. Dann kommt der andere Waggon und die "Wanne" dreht sich wieder. Zack, also gefühlt eine Stunde später, ist es dann im anderen Waggon.


    An die Daten da oben kommt man ganz leicht. Ich hatte im Grunde auch nur Deinen Spiegel-Artikel. Hätte den schon fast bezahlt, weil ich wollte wissen, was da wohl stehen würde. Sucht man aber mal nach dem Titel, also inhaltlich "Tierfutter, Export, Ukranine", dann findet man eben auch schon Artikel von der Tagesschau, die kostenlos sind und 6 Wochen alt. Und wenn man sich dann noch etwas dafür interessiert, was ein LKW so lädt, was ein Zug, wie die normalen Abläufe sind, dann landet man zwangsläufig bei den zuständigen Behörden, Vereinen, Handelsblatt, Stern und Co. Witzig, da war kein kostenloser Artikel vom Spiegel dabei.


    Diese Aussage z.B. von Erhöhung auf 370 Waggons und 10.000 wartenden, die kommt nicht von einem Reporter oder so, sondern vom Zuständigen für Schienenverkehr in Polen. Keine Ahnung, wie das dort heißt, also quasi unser Verkehrsministerium. Die andere mit dem "Transport zur polnischen Küste" von einem dortigen Spediteur. Die Ware ist ja da, aber er bekommt sie nicht weg. Er hat weder genug Fahrer noch LKW noch sonst was. Also das bischen, was geht, was auch mit den fehlenden Maschinen geht, das stockt dann wo anders wieder, weil da was fehlt oder klemmt. Die anderen Aussagen von Leuten, die das Zeug eben von a nach b karren, dann aber irgendwo stehen und es nicht mehr weiter geht.


    Und das andere Zeug. Das ist ja kein Faktencheck, das ist Neugierde. Wenn da im Artikel steht, die Waggons stehen in der Gemeinde Izov, 130 km von der Grenze entfernt, dann kann man sich das ja mal auf den Karten ansehen. Google, Bing, Apple. Haben alle andere zu anderen Zeiten. Es gibt den Ort Izov, der liegt in der gleichnamigen Gemeinde. Daneben sind die 8 Rangiergleise. Die Gemeinde liegt direkt an der polnischen Grenze. Aber nicht am Grenzübergang. Das sind dann die genannten 130 km, denn so weit ist der von den Rangiergleisen ca. weg. Und nachdem da ja auf den Karten teils Züge stehen, kann man ja auch mal die Waggons zählen. Ob das nun 100 oder nur 95 waren, keine Ahnung, da kann auch ein Fehler drinnen gewesen sein oder die waren unterschiedlich groß.


    Und wenn es dann was eindeutiges heißt wie DB Cargo fährt, dann schaut man halt mal da nach. Auf deren Webseite ist ja alles verzeichnet. Jeder Waggon. Gibt nur sehr wenige für Lebensmittel als Schüttgut. Und der mit 80 m³ war der Größte. Doof, m³, es ging aber immer um Tonnen. Also mal bei Google suchen, was ein m³ Weizen wiegt, Stichwort: Hektolitergewicht (hl). Das zeigt Google sogar schon als Featured-Snippet an. Die 700kg/m³ war nur ein Durchschnitt, den ich daraus genommen habe. Die Spanne ist etwas größer, ca. 620 - 870 kg / m³.


    Minen: Die Mienen sind, zumindest in Odessa, kein Problem. Die Kriegsschiffe fahren ja auch rein und raus. Der türkische Frachter konnte es auch. Das Problem ist nur, dass der Schiffsverkehr eingestellt ist, so lange da seitens Russland geschossen wird. Die EU verhandelt doch schon die ganze Zeit, für einen Korridor, wo Schiffe fahren können. Den gibt es bis jetzt noch nicht. Mariupol und die anderen Häfen genauso.


    P.S. was im Spiegel-Artikel auch stehen könnte.... Es ist aber nur ein Gerücht, das nur vorab, es gibt keine Anhaltspunkte. Es wird aber gemunkelt, dass die Polen die Abwicklung von Weizen an der Grenze absichtlich blockieren bzw. hinauszögern. Grund: Dann können sie ihren eigenen, wesentlich teureren Weizen, besser verkaufen und der billige aus der Ukraine flutet nicht den Markt. Aber wie gesagt, das ist bisher nur ein Gerücht.

  • Und was heisst "Vom Hunger bedroht" konkret

    Huhu, gugg mal da. Steht da recht gut erklärt.....


    IPC: Ab wann wird Hunger zur Hungersnot?
    „Integrated Food Security Phase Classification“ (IPC): Ernährungsunsicherheit transparent messen Den Hunger weltweit beenden. Das ist eines der 17 Ziele für…
    www.aktiongegendenhunger.de


    "Von Hungersnot bedroht" durch Corona ist / war IPC-3, eben bedroht und noch nicht "tatsächlich".


    Man muss da also sehr genau aufpassen, was da einer so sagt. Da kommt es auf ein einziges Wort an und auf was sich das bezieht. Wobei sicherlich der eine oder andere auch gar nicht so genau weiß, was er da eigentlich sagt. Ein falscher Ausdruck, ein falscher Satzbau, ein anderes Wort, schon ergibt sich ein anderer Bezug oder eine andere IPC-Stufe und somit ändern sich auch die Zahlen von 100 Mio in 400 Mio in vielleicht 2 Milliarden.


    "bedroht, Hungersnot zu leiden". IPC-3 -> IPC-5 Die sind also erst "bedroht" (aktuell Stufe 3), noch nicht "Not" (5) und nicht "akut" (4). Das sind also Leute, die in 3 sind, 5 werden könnten.


    "akut bedroht, Hungersnot zu leiden" IPC-4 -> IPC-5


    "sind von Hunger bedroht" sind Leute auf IPC-3


    "Könnten von Hunger bedroht sein" Sind welche in IPC-2, die vielleicht IPC-3 erreichen (könnten Hunger bedroht). Das sind also in der Summe sehr viel mehr, denn da geht es nicht darum, wer in Hungersnot ist oder sein könnte, sondern bereits um die, die irgendwie Knappheit haben, also IPC-3 erreichen.


    Oder auch hier:

    Hunger weltweit bekämpfen | Malteser International


    Von Hunger bedroht ist also alles was Stufe 3 (IPC-3) hat. Sprich, Menschen, die nicht wissen, ob sie morgen was zu essen bekommen oder nicht.


    Oder auch da wegen Corona.... Da waren 45 Mio auf Stufe 4, also akut bedroht (Notsituation) und kurz vor der Hungersnot, Stufe 5.

    Pandemie: 45 Millionen Menschen akut von Hunger bedroht
    Der Chef des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen, David Beasley, befürchtet angesichts der wirtschaftlichen Verwerfungen in der Corona-Pandemie…
    www.sueddeutsche.de